23.06.2015

Unternehmensberatung

Die Branche machte 2014 1,5 Mrd. Franken Umsatz

In der Schweiz wächst der Beratungsmarkt weiter.

Den Wirtschaftsberatern in der Schweiz geht die Arbeit nicht aus. Aber auch sie spüren nun den währungsbedingten Kostendruck. Im Jahr 2014 sind die Umsätze im Schnitt um 3 bis 5 Prozent gestiegen auf ein Volumen von gut 1,5 Mrd. Franken.

Profitieren von der steigenden Nachfrage konnten vor allem grosse Unternehmensberatungen mit 50 und mehr Vollzeitstellen. Ihre Umsätze und auch die Zahl der Stellen stiegen mehrheitlich um rund 10 Prozent, wie der neusten 
Studie des Branchenverbandes ASCO zu entnehmen ist.
 
Unterschiedliche Grösse
 
Immerhin auch 40 Prozent der Firmen mit 50 oder weniger Vollzeitstellen konnten den Umsatz um 10 bis 15 Prozent steigern. 90 Prozent der kleineren Beratungsunternehmen erzielten einen Jahresumsatz zwischen 1 bis 10 Mio. Franken.
 
Alle grossen Unternehmensberatungen erreichten im Minimum einen Jahresumsatz von 10 Mio. Franken. 60 Prozent dieser Gruppe erwirtschafteten gar einen Umsatz von 75 Mio. Franken und mehr.
 
Währungsproblematik
 
Das Abrücken der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vom Euro-Mindestkurs spürt auch die Beratungsbranche. Diese äussert sich aber nicht nur in Form einer starken Nachfrage nach Beratung im Zusammenhang mit der Währungsproblematik, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Branche.
 
Laut Medienmitteilung bemühen sich Anbieter aus dem Euro-Raum vermehrt um Projekte in der Schweiz. Verbandspräsident Marcel Nickler hält allerdings fest, dass diese Strategie nur dann erfolgreich sei, wenn die Berater auch aus dem Euro-Raum rekrutiert würden und der Kunde keine entsprechenden finanziellen Zugeständnisse verlange.
 
Zudem würden die Kosten, die in der Schweiz anfielen, den vermeintlichen Vorteil mindern. Eine indirekte Folge sind laut Nickler die verständlichen Bemühungen der Kunden, einen Teil der währungsbedingten Nachteile durch Preisverhandlungen auf der Kostenseite zumindest teilweise auszugleichen.
 
Optimismus für das laufende Jahr
 
Die Online-Umfrage bei den grössten Unternehmensberatungen (Marktanteil von rund 70 Prozent) hat gezeigt, dass die Arbeitsschwerpunkte im vergangenen Jahr bei den Themen Kostenkontrolle, Fusionen und Social Media lagen. Bei den grösseren Beratungshäusern kam die Nachfrage vor allem aus der Finanz- und Pharmabranche.
 
Die Aussichten für das laufende Jahr werden von den befragten Unternehmensberatungen positiv eingeschätzt. Die meisten Unternehmen erwarten für 2015 eine moderate bis gute Entwicklung der Umsätze. (sda)

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