Gemäss der fünften Ausgabe der ZHAW-Trendstudie «Kommunikation in der digitalen Transformation» nutzen 99 Prozent der befragten Abteilungen generative KI in irgendeiner Form, die Mehrheit davon systematisch statt bloss experimentell. Die Technologie kommt längst nicht mehr nur für Text- und Bildgenerierung zum Einsatz, sondern auch für Recherche, Konzeption, Datenanalyse sowie Video- und Tonproduktion. Der selbst eingeschätzte digitale Reifegrad der Abteilungen erreicht laut Studie einen neuen Höchststand.
Dem verbreiteten Einsatz steht finanzieller Druck gegenüber: Bei rund 40 Prozent der befragten Unternehmen und Verwaltungen ist das Kommunikationsbudget in den letzten Jahren gesunken, bei Wirtschaftsunternehmen betrifft dies sogar über die Hälfte. Parallel dazu verschieben sich die Kompetenzanforderungen an Kommunikationsfachleute: Handwerkliche Fähigkeiten wie Texten oder Übersetzen verlieren an Gewicht, während Strategie- und Beratungskompetenz an Bedeutung gewinnt. «Die grösste Herausforderung für Kommunikationsabteilungen ist nicht mehr die Technologie, sondern deren Neupositionierung innerhalb der Organisation», lässt sich das Forschungsteam in der Mitteilung zitieren.
Für die Studie wurden 115 CCOs in der Deutschschweiz online befragt sowie zehn vertiefende Interviews mit Kommunikationsleitenden und -beratenden geführt. Projektleiterin ist Nicole Rosenberger, Professorin für Organisationskommunikation und Management am Departement Angewandte Linguistik der ZHAW; als Co-Projektleiter wird in der Mitteilung zudem Markus Niederhäuser genannt. Das Forschungsprojekt «Kommunikation in der digitalen Transformation» erhebt seit 2018 alle zwei Jahre den Stand der digitalen Transformation in der Unternehmenskommunikation; die aktuelle Ausgabe ist die fünfte. Die Studie dient zugleich als wissenschaftliche Grundlage für das Weiterbildungsprogramm CAS Digitale Transformation, KI und Kommunikation der ZHAW. (pd/cbe)


