02.10.2019

Mitarbeiterbindung

Die Führungsmaschine in der Hosentasche

Ein Tool, das Chefinnen und Chefs hilft, ihre Teams zu «empowern»: Diese Weltneuheit, entwickelt von einem ambitionierten Schweizer Start-up, hat persoenlich.com in Zürich-Oerlikon entdeckt. Dort findet noch bis am Donnerstag die Business Innovation Week statt.
Mitarbeiterbindung: Die Führungsmaschine in der Hosentasche
Kein SMS oder ein E-Mail, sondern ein persönliches Gespräch, denn nur direkter Kontakt bringe zufriedene Mitarbeiter, heisst es bei Impulzity. (Bild: persoenlich.com)
von Edith Hollenstein

Ein Lob, ein offenes Ohr oder ein längeres Gespräch: In der schnellen, durchgetakteten Unternehmenswelt kommt Mitarbeiterführung oft zu kurz. Das kann Mitarbeitende frustrieren oder dazu führen, dass sie sich immer weniger stark mit der Firma identifizieren. Laut der weitweit durchgeführten Gallup-Studie, die Aussagen über die emotionale Bindung von Mitarbeitenden macht, haben 30 Prozent der Italiener, 25 Prozent der Franzosen und 23 Prozent der Japaner innerlich bereits gekündigt. In Deutschland seien es 15 Prozent.

Das von einem Schweizer Start-up entwickelte System Impulzity will hier Unterstützung bieten. «Unser System hilft einer Führungskraft zu wissen, welche Ressourcen und Talente die Teammitglieder haben und es hilft, die Mitarbeiter individuell zu aktivieren», sagt Peter Reichenstein (siehe auch persoenlich.com-Video). Er ist einer von drei Mitgründern der Firma Impulzity mit Sitz in Zürich. Funktion des Systems ist es, Mitarbeiter aktiv zu «empowern», Fehler zu verhindern und Lösungen gemeinsam zu entwickeln.

Impulse aufs Smartphone der Chefin

Das System schickt der Führungskraft zwei Mal täglich einen Impuls aufs Smartphone, mit dem es die Chefin oder den Chef dazu auffordert, mit einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter ein Gespräch zu führen. Wie das geht, demonstrierte Reichenstein am Dienstagnachmittag an der Business Innovation Week, exklusiv für persoenlich.com, am Beispiel der Mitarbeiterin Elena:


So gibt die App Ratschläge. Etwa, dass Mitarbeiterin Elena besser arbeiten kann, wenn sie Aufträge erhält, als wenn ihr die Chefin Ziele vorgibt.

Gespräch statt SMS

Impulzity basiere auf 208 verschiedenen Persönlichkeitstypen, welche mit der Sprache der vier Elemente beschrieben werden, erklären die Firmengründer und -Inhaber. Alle drei sind, zusammen mit weiteren Teammitgliedern, im Stage One an ihrem Stand anzutreffen. Mitgründer erinnert sich an seine Zeit als Aus- und Weiterbildungsverantwortlicher der Manpower Group. Früher seien die Ergebnisse der Persönlichkeitsprofile jeweils in DIN-A4-Ordnern abgelegt worden und «meist für immer verschwunden», sagt er. Das System Impulzity hingegen soll dafür sorgen, dass aus den Daten Impulse werden und diese zur Führungsperson kommen, wo sie etwas bewirken können.

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Zentral sei, dass diese digitale Anwendung am Schluss ein Gespräch verlange. «Via App erhalten die Chefs keine Aufforderungen, ein Mail zu schreiben oder eine SMS, sondern sie müssen ihren Sessel verlassen und zum Arbeitsplatz des Mitarbeiters hingehen, um sich dort um dessen Befindlichkeit zu erkundigen. «Nur direkter Kontakt bringt Zufriedenheit», sagt Bättig.

Vor zwei Jahren gegründet

Die Macher betonen, dass der Account den Mitarbeitenden gehört. «Weder die Geschäftsleitung noch Externe können darauf zugreifen», sagt Mit-Inhaber Frank Grimmling. Zur Erstellung durchlaufen die Nutzer ein zweistündiges Onboarding, welches einen zwanzigminütigen Fragebogen enthält. Die Daten werden mit dem von Impulzity entwickelten Algorithmus in ein alltagstaugliches Talent-Manual und Leadership-System eingefügt. Dieses wird sowohl der Chefin als auch dem Mitarbeitenden zur Verfügung gestellt.

Impulzity respektive die PCP Impulse AG wurde vor zwei Jahren in Zürich gegründet. Das Unternehmen beschäftigt zwölf Vollzeit-Mitarbeitende und weitere Freelancer. Nach der vor einem Jahr lancierten Beta-Version macht Impulzity nun den Schritt an den Markt.



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Kommentare

  • Victor Brunner, 02.10.2019 08:36 Uhr
    Der Chef bekommt einen Impuls wann er sich um die MA kümmern muss, das nennt sich "empowern". Typisches Beispiel eines Kleinunternehmen das etwas produziert was keinen wirklichen Sinn ergibt. Bruchlandung ist programmiert, oder die Qualität der/die Vorgesetzten sinkt rapide!

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