02.04.2006

PR-Branche

Erholung nach anhaltender Stagnation

Die Schweizer PR-Branche blickt so optimistisch in die Zukunft wie schon lange nicht mehr: Über die Hälfte der führenden PR-Schaffenden rechnet für das laufende Jahr mit einem Anstieg der Kommunikationsbudgets um bis zu zehn Prozent. Auch wird ein teilweise deutlicher Anstieg der Löhne für die qualifizierten PR-Schaffenden prognostiziert. Dies geht aus der Branchenumfrage 2006 des Berufsregisters der Schweizerischen PR-Gesellschaft SPRG hervor. Die Resultate der Untersuchung:
PR-Branche: Erholung nach anhaltender Stagnation

Im Rahmen der traditionellen Branchenerhebung, welche das Berufregister BR-SPRG zum 13. Mal durchgeführt hat, sagten 52 Prozent der befragten Mitglieder aus, dass sie mit steigenden Budgets rechnen. Im Vorjahr waren es noch 36 Prozent gewesen. 43 Prozent gehen von mindestens gleich bleibenden Ausgaben für PR-Dienstleistungen aus. Die Auftragnehmer sind dabei im Allgemeinen etwas optimistischer als die Auftraggeber. Vier von fünf Personen rechnen mit einer Steigerung der Budgets um bis zu 10 Prozent. Der Rest rechnet gar mit einem noch deutlicheren Anstieg.

Steigende Durchschnittlöhne

Sowohl für die PR-Fachleute, die PR-Verantwortlichen als auch die Abteilungs- und Bereichsleiter sind die Jahreslöhne zum Teil recht deutlich gestiegen, wie die Umfrage zeigt. Es ist dies die erste Zunahme auf breiter Front seit mehr als sechs Jahren und widerspiegelt die zunehmende Erholung der Branche nach längerer Stagnation. Die Vertreter der Auftraggeber gehen generell von höheren Löhnen aus als die Auftragnehmer. Nach wie vor weisen die Angaben zu den Löhnen in den einzelnen Kategorien aber recht grosse Abweichungen aus. Darin widerspiegeln sich sowohl regionale Unterschiede als auch die Grösse der einzelnen Agenturen und Kommunikationseinheiten.

Die Lohnskala für die PR-Fachleute mit eidg. Fachausweis und vier Jahren Berufserfahrung zeigt eine relativ breite Streuung. Gut die Hälfte der Antwortenden halten durchschnittliche Jahreslöhne zwischen 70'000 und 85'000 Franken für angemessen. Mehr als ein Drittel geht aber von Löhnen über 85'000 Franken aus und fast jede/r Sechste hält eine Bruttojahresentschädigung von über 95'000 Franken für angemessen. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Löhne hier noch einmal zugenommen und der Duchschnittslohn liegt nun bei 80'000 Franken (Vorjahr: 75'000 Franken). Im Branchenvergleich konnten die ehemaligen PR-AssistentInnen (neu PR-Fachleute) mit eidgenössischem Fachausweis in den letzten sechs Jahren mit einer Steigerung von rund 17.5 Prozent innerhalb der PR-Branche am meisten zulegen. Für diese Berufsgruppe lag der Median im Jahr 2001 noch bei 68'000 Franken.

Mit einem Durchschnittssalär von neu 97'500 Franken haben die Bezüge im Vergleich zum Vorjahr auch für die PR-Projektverantwortlichen mit fünfjähriger Berufserfahrung deutlich zugenommen. Ein gutes Drittel der Antwortenden geht heute von angemessenen Löhnen in der Grössenordnung von 100'000 Franken aus.

Seit mehreren Jahren zum ersten Mal signifikant zugenommen hat das Durchschnittsalär der PR-Abteilungs- und Bereichsleiter: Es liegt neu auf 150'000 Franken. Für gut die Hälfte der Antwortenden liegen die adäquaten Vergütungen bei dieser Gruppe im Band zwischen 135'000 und 165'000 Franken. Bei diesen Leitungspositionen gibt es auch die deutlichsten Unterschiede zwischen Auftrag-nehmern und Auftraggebern: Während erstere mit einem Mittelwert von 140'000 Franken rechnen, sind es bei der zweiten Gruppe 160'000 Franken.

Stundenhonorare reichen von 110 bis 280 Franken

Erstmals wurden auch die Stundenhonorare für die verschiedenen Berufsgruppen der PR-Branche erhoben. Die Befragten gehen für das Jahr 2006 von Stundenansätzen von 280 Franken für PR-Führungskräfte aus. Bei PR-Beraterinnen und -Beratern mit Diplom liegt die entsprechende Zahl bei 220 Franken. Für die übrigen Funktionen betragen die Stundenansätze 180 Franken (PR-Verantwortliche/PR-Redaktorinnen und PR-Redaktoren), 150 Franken (PR-Fachleute mit eidg. Fachausweis) und 110 Franken (Assis-tenz/Sekretariat). Auftraggeber gehen tendenziell eher von tieferen Stundenansätzen aus für extern bezogenen PR-Leistungen als die Auftragnehmer. Dies im Gegensatz zu den Löhnen, wo das Verhältnis gerade umgekehrt ist.

Die Preise für PR-Dienstleistungen sind im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert geblieben. Es zeigt sich allerdings, dass die Preisspannen etwas breiter geworden sind und dass in verschiedenen Bereichen so etwa der Konzeption einer Website auch zunehmend günstige Angebote zu finden sind.


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