18.02.2026

Kafi Freitag

Instagram-Account abgegeben

Für eine Woche darf Kevin Rauch, der für den Zürcher Gemeinderat kandidiert, von der Sichtbarkeit der Podcasterin profitieren. Dadurch erhofft sie sich mehr Verständnis für kognitive Behinderung.
Kafi Freitag: Instagram-Account abgegeben
Bereits vor drei Jahren hat Kafi Freitag ihren Account an Islam Alijaj abgegeben, der später für die SP in den Nationalrat gewählt wurde. (Bild: zVg/Mirjam Graf)

Kafi Freitag ist Podcasterin der ersten Stunde. Ihr Podcast «Kafi am Freitag» gehört seit acht Jahren zu den meistgehörten Formaten der Schweiz. Seit über einem Jahr führt sie gemeinsam mit der SRF-3-Moderatorin Judith Wernli ungeskriptete und ungeschnittene Gespräche über Gesellschaft, Beziehungen und alles dazwischen.

Für eine Woche stellt sie nun ihren Instagram-Account Kevin Rauch zur Verfügung. Dieser ist Inklusionsaktivist, arbeitet als Koch und ist verheiratet. Seit Januar 2024 ist er im Vorstand der SP Zürich 9. Momentan kandidiert er für den Zürcher Gemeinderat und wäre bei einer Wahl der erste Mensch mit kognitiver Behinderung im Stadtparlament.


Über ihre Aktion meint Kafi Freitag gegenüber persoenlich.com: «Ich habe das Passwort zu meinem privaten Instagram-Account für eine Woche an Kevin Rauch und sein Wahlkampfteam, angeführt von Lea Sandoz-Mey, abgegeben. Nicht als nette Symbolik, sondern als Machtfrage: Wer bekommt Zugang zu Reichweite, Glaubwürdigkeit und Öffentlichkeit – und wer nicht. Inklusion passiert nicht, wenn wir über Menschen mit Behinderung sprechen, sondern wenn sie mitentscheiden und sichtbar sind. Knapp ein Viertel der Menschen in der Schweiz leben mit Beeinträchtigung, die meisten davon nach einem Unfall. Es kann jeden von uns treffen und darum müssen diese Bedürfnisse stark vertreten sein. Von Betroffenen!». Bereits vor drei Jahren hat Kafi Freitag ihren Account an Islam Alijaj abgegeben, der später für die SP in den Nationalrat gewählt wurde.

Selbst von ADHS betroffen

Kafi Freitag ist zudem Spezialistin für ADHS und Neurodivergenz. Sie wurde selbst spät diagnostiziert und arbeitet seit vielen Jahren in ihrer Coachingpraxis schwerpunktmässig mit Menschen mit ADHS. Als Referentin gibt sie Schulungen und Workshops für Unternehmen, Schulen und Fachpersonen und setzt sich öffentlich für die Entstigmatisierung neurodivergenter Menschen ein. (ma)


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