12.07.2017

Moving Brands

Neue visuelle Identität fürs Grossmünster

Die Kreativagentur hat den Auftritt des bei Touristen und Einheimischen beliebten Gebäudes dem digitalen Zeitalter angepasst.
Moving Brands: Neue visuelle Identität fürs Grossmünster

Die Einwohner von Zürich wissen, dass das im Stadtzentrum von Zürich hoch emporragende Grossmünster historisch bedeutsam und doch sehr modern ist: Zum einen war die aus dem Mittelalter stammende Kirche der Geburtsort der Schweizer Reformation, zum anderen zieht sie heute Besucher aus aller Welt an und bietet einer aktiven Kirchengemeinde und vielen Interessengruppen ein Zuhause.

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Es sei eine enorme Verantwortung, eine neue Markenidentität für einen Ort zu entwickeln, der eine so grosse kulturelle, religiöse und soziale Bedeutung habe, heisst es weiter. Man müsse mit Vorsicht vorgehen, um zu vermeiden, dass man ihn zu einem Ort mache, den Menschen nicht mehr wiedererkennen oder zu dem sie keine Verbindung mehr spüren. Ebenso möchte man jedoch nicht zu viel Vorsicht walten lassen, schreibt Geoff Linsell, Managing Director der in Zürich ansässigen Kreativagentur Moving Brands, in einer Mitteilung.

Als die Kirchengemeinde Grossmünster Moving Brands damit beauftragte, ihre gesamten Kommunikationsmedien zu überarbeiten, sei der Agentur bewusst gewesen, dass eine visuelle Identität geschaffen werden müsse, die kein Relikt aus der Vergangenheit, sondern eine lebendige und dynamische Kirche verkörpere. Aus diesem Grund folgten die Agentur der Anweisung des Schweizer Reformators Huldrych Zwingli: «Tut um Gottes Willen etwas Tapferes!»

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Es war eine Gelegenheit, sich von einer veralteten Corporate Identity zu verabschieden, die vor Jahren entwickelt wurde und nicht mehr in die moderne, digitale Welt passte. Moving Brands wurde dabei nicht nur von der vielfältigen Geschichte der Kirche inspiriert, sondern auch von Gesprächen mit Menschen, die mit dem Grossmünster eng verbunden sind: Gemeindemitgliedern, Mitarbeitern der Kirchengemeinde, Jugendgruppen und Anwohnern.

Zum Design für dieses Projekt trugen ausserdem die übergreifenden Ideen bei, die optimal in den Worten «Musik und Stille, Worte und Das Wort, das Sakrale und das Soziale» zum Ausdruck kommen. Denn sie spiegeln die Spannungen und Reaktionen wider, die in einer Gemeinschaft, einer Gemeinde, in Kunst, Geschichte und Gottesverehrung existieren.

Die neue visuelle Identität vom Grossmünster ist zwar von der Vergangenheit der Kirche stark geprägt, jedoch hat die Agentur laut Mitteilung einige Aspekte modern interpretiert, um die Aufgeschlossenheit und Fortschrittlichkeit der Kirche darzustellen. So sind zum Beispiel die neuen Farben von den Kirchenfenstern beeinflusst, aber leicht verändert, damit sie auf dem Bildschirm leuchtender und klarer erscheinen.

Die Typografie aller Kommunikationsmedien – die Schriftart GT Sectra der Schweizer Schriftgiesserei Grilli Type – erinnert an die gebrochene Schrift der Zürcher Bibel, deren Ursprünge in der Kirche liegen, jedoch ist sie eckiger und zeitgemässer. Die vorliegenden Holzschnitt-Illustrationen erhielten ebenfalls durch zwei Farben ein moderneres Erscheinungsbild, um sie hervorzuheben.

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Museen, Krankenhäuser, Kirchen und Schulen denken zunehmend darüber nach, wie sie von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, genauso wie es grosse Unternehmen schon immer getan haben. «Ich denke, dass unsere Kirche auch die kreative Kraft, die eine Marke mit sich bringt, einsetzen sollte. Denn so können wir alle Beteiligten miteinbeziehen und in der Zukunft relevant bleiben», wird Sascha Weisshaupt, Leiter der Kommunikationsabteilung vom Grossmünster, zitiert.

Neu zu definieren, was diese aussergewöhnliche Kirche für die Menschen in Zürich und in der Welt bedeutet, hätte die Agentur vor viele Herausforderungen stellen können. Denn die Markenpersönlichkeit musste ein breit gefächertes Publikum und die Aufgaben eines Ortes repräsentieren, der als Gebetsstätte, Gemeindezentrum, Museum, Kunstgalerie und Konzerthalle genutzt wird.

Entstanden sei eine visuelle Identität, die mehrere Aspekte ausdrückt, und nahtlos von der traditionellen visuellen Sprache der Religion zu der heiteren Ausgelassenheit von Konzerten und Veranstaltungen für Jugendliche übergeht. Moving Brands glaubt, einen Ort geschaffen zu haben, an dem die Menschen von heute und auch die kommenden Generationen Gefallen finden. (pd/cbe)

 


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KOMMENTARE

Patrick Schilter
12.07.2017 18:00 Uhr
Ein neues, moderne Logo, warum auch nicht? Nur: Das neue Grossmünster-Logo erinnert mich an Minarette.... Oder an zwei senkrecht-stehende Bomben......
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