21.03.2024

Terra Vecchia

Podcast-Serie bietet Einblick in Sozialtherapie

Der Audiojournalist Matthias von Wartburg hat für die sozial engagierte Berner Stiftung die Podcast-Serie «Nicos letzte Chance» realisiert.

Der 33-jährige Nico sitzt in einem Besucherraum des Untersuchungsgefängnisses Waaghof in Basel. Eigentlich sollte er bei Terra Vecchia in der Sozialtherapie sein. Ein Gericht hatte ihn dazu verurteilt – Sozialtherapie statt Gefängnis. Im Besucherraum erzählt Nico ins Mikrofon, was in den letzten Tagen passiert ist, warum er nun doch im Gefängnis gelandet ist.

Sozialtharapie verläuft nicht gradlinig

Für die Podcast-Serie «Nicos letzte Chance» wurde Nico ein Jahr lang eng begleitet. Das schreibt Terra Vecchia in einer Medienmitteilung. Entstanden sei ein authentischer Einblick in die Arbeit der Stiftung. «In der Sozialtherapie gibt es keine Standardlösungen», wird Gabriela Graber, Geschäftsleiterin der Stiftung Terra Vecchia in der Mitteilung zitiert. «Das Beispiel von Nico zeigt exemplarisch, dass wir in unserer Arbeit täglich auf vielen Ebenen gefordert sind.» Wie im Beispiel von Nico verlaufe eine Sozialtherapie selten geradlinig, so Graber.

Realisiert hat den Podcast Mathias von Wartburg, der beruflich als Audio-Journalist für Schweizer Radio und Fernsehen SRF arbeitet. «Ich wurde angefragt und die Zusammenarbeit erwies sich für mich als Glücksfall», beschreibt von Wartburg wie er zu diesem Auftrag gekommen war. Ein Glücksfall war es für ihn, weil die Stiftung als Auftraggeberin ihm grosse Freiheit liess bei der Umsetzung.

«Nico hat eine unglaublich spannede Geschichte»

Terra Vecchia machte einzige die Vorgabe, dass der Podcast ihre Arbeit zeigen sollte. «Dass der Podcast nun auf einen einzigen Person fokussiert, war meine Idee», erklärt von Wartburg gegenüber persoenlich.com. Der Journalist hat den Protagonisten Nico ein Jahr lang mit dem Mikrofon begleitet. «Er hat eine unglaublich spannende Geschichte und aufgrund einer gerichtlich angeordneten Massnahme ist er verpflichtet, bei Terra Vecchia zu bleiben. Damit war klar, dass ich ihn auch wirklich ein ganzes Jahr begleiten kann», so von Wartburg. 

Die Podcast-Produktion unterstützt haben die Audio-Journalistin und Podcasterin Sabine Meyer, sowie der Sounddesigner Thomas Baumgartner. Beide sind Mitglied des Kollektivs Audiobande.

«Dank der Stimme nah dran»

Ein Podcast sei ideal für einen solchen Einblick, wird Sam Brüngger in der Medienmitteilung von Terra Vecchia zitiert. Brüngger leitet den Standort Melchenbühl von Terra Vecchia und ist für den Podcast verantwortlich. «Im Podcast müssen sich unsere Klienten nicht mit ihrem Gesicht zu erkennen geben. Dank der Stimme sind wir trotzdem ganz nah bei ihnen und ihrer Geschichte», sagt Brüngger. Und warum ein True-Crime-Podcast? «Nicos Geschichte ist geprägt von Kriminalität, es lag auf der Hand, daraus einen True-Crime-Podcast zu machen, um möglichst viele Menschen anzusprechen.»

Mit dem Podcast will die Stiftung auch Menschen sichtbar machen, die am Rande der Gesellschaft stehen. «Menschen mit einer psychischen Erkrankung oder einer Suchterkrankung entfalten in einem geschützten Rahmen ihr Potenzial besser», sagt Gabriela Graber. Es lohne sich, in sie zu investieren. Auch wenn der positive Effekt oft erst später sichtbar werde. (pd/nil)



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