08.07.2004

Louis Dreyer

"Reputation wird zum Marktvorteil"

Eigenständiges Image eines Unternehmens immer wichtiger.

Was haben aktuelle Trends aus Kommunikation und Unternehmensberatung mit dem Sinn des Lebens zu tun? Mehr als man denkt. Die Badener Agentur Mach AG machte es vor: Mit einem als Zeit-Insel konzipierten Anlass "Lost & Found. Der Sinn". Unter anderem informierte PR-Spezialist und Gastgeber Louis Dreyer über aktuelle Entwicklungen in der Kommunikation. "persoenlich.com" veröffentlicht einen Auszug aus seinem Referat.:

"In einer Zeit, wo sich Produkte und Dienstleistungen kaum noch voneinander unterscheiden, wird das eigenständige Image eines Unternehmens immer wichtiger. Nur so kann man sich noch von der Konkurrenz abheben. Gute Marken konzentrieren deshalb ihre Kräfte und erhöhen den Werbeeinsatz. Das sichert ihnen den dauerhaften Platz in den Köpfen. Gefragt sind Emotion und Kontinuität, verbunden mit verantwortungsvollem Handeln.

Dabei werden Relations zunehmend wichtiger: In vielen Chefetagen sitzen bereits Corporate Communications Officers, welche die Beziehungen zwischen Unternehmen und Bezugsgruppen managen. Im immer schnelleren Veränderungsprozess ist die gezielte Kommunikation zentral. Das Informationsbedürfnis von Führungskräften und Mitarbeitenden ist enorm. Schnelle und glaubwürdige interne Kommunikation ist ein Muss, Schönfärberei und eine sprachlose Führung sind out. In ist ein aktives, vorausschauendes Reputations-Management.

Nicht zu unterschätzen: Mit der wachsenden Professionalisierung der Kommunikation wird die Öffentlichkeit allerdings an einen Standard gewöhnt, der seine Auswirkungen auf andere Player im Meinungsmarkt zeitigen wird. So sehen sich auch kleinere Unternehmen oder etwa Behörden auf Gemeindeebene mit einem wachsenden Anspruch ihrer Kundschaft konfrontiert. Die Umwelt erwartet schlicht auch von diesen Exponenten transparente und akzeptable Kommunikation. Milizsystem gilt nicht mehr als Entschuldigung, Fehlverhalten wird je länger desto toleriert.

Die Grenzen zwischen PR und Werbung lösen sich auf. Information vermischt sich zunehmend mit Erlebnis, Wir-Gefühl und Fun. Coca-Cola zeigt wie: Die Megamarke macht den Schritt weg vom passiven TV-Spot hin zu Sponsoring, Product Placement, Events und Online-Aktionen, wo sie etwa Musikstücke zum Download anbietet.

Folgerichtig steht das Internet nach dem Platzen der Seifenblase vor seinem echten Boom: Online-Werbung feiert in den USA ein Comeback. Immer mehr Unternehmen kehren ins Internet zurück und die Suchmaschine Google verdreifacht ihren Umsatz. Gleichzeitig wandern TV-Werbespots ins Netz. Banner und Pop-ups werden durch Videospots abgelöst. Jugendliche nutzen zur Infobeschaffung vor allem digitale Medien. In der Schweiz hat der Man-Power-Stellen-Index seinen Wert verloren, weil er die Stellensuche per Internet bisher nicht berücksichtigt. Das alles zeigt: Das Internet ist als integrierte Plattform in Kommunikationskonzepten und als Dienstleistungsinstrument quasi erwachsen geworden.



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