09.12.2024

Uni Zürich

Schweizer KMU-Verwaltungsräte sind männerdominiert

Eine Studie zeigt eine geringe Vielfalt in KMU-Verwaltungsräten. Frauen und Ausländer sind unterrepräsentiert.

Eine neue Studie der Universität Zürich offenbart erhebliche Diversitätslücken in den Verwaltungsräten kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) in der Schweiz. Die von Angelo Antonio Di Feo durchgeführte Untersuchung basiert auf der Analyse von über 28'000 KMU. liefert erstmals umfassende Einblicke in deren Verwaltungsratsstrukturen, heisst es in einer Medienmitteilung der Universität Zürich.

Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen im Durchschnitt nur 20 Prozent der Verwaltungsratsmitglieder stellen, wobei der Anteil je nach Branche stark variiert. In der IT-Dienstleistungsbranche liegt er bei lediglich 9,3 Prozent, während soziale Dienstleistungsunternehmen mit 29,2 Prozent den höchsten Frauenanteil aufweisen. Auch die internationale Diversität ist gering: Nur etwa 10 Prozent der Verwaltungsratsmitglieder haben keine Schweizer Staatsbürgerschaft.

Die Studie offenbart zudem, dass fast 90 Prozent der untersuchten KMU Verwaltungsräte mit maximal vier Mitgliedern haben. Die durchschnittliche Amtszeit der Verwaltungsratsmitglieder beträgt 8,3 Jahre, was auf eine hohe Stabilität hindeutet. In 57 Prozent der KMU übt dieselbe Person die Rolle des CEO und des VR-Präsidenten aus, was als CEO-Dualität bezeichnet wird.

Regionale Unterschiede sind ebenfalls erkennbar. Im Tessin sind Verwaltungsräte mit 21,4 Prozent ausländischen Mitgliedern am internationalsten, während in der Region Espace Mittelland nur 8,4 Prozent der Verwaltungsräte nicht-schweizerischer Herkunft sind.

Im Vergleich zu börsenkotierten Unternehmen, die einen Frauenanteil von rund 35 Prozent in ihren Verwaltungsräten aufweisen, schneiden KMU in Bezug auf Diversität deutlich schlechter ab.

Studienautor Di Feo betont: «Unsere Analyse zeigt, dass die Verwaltungsräte von Schweizer KMU deutlich homogener und kleiner sind als die von börsenkotierten Unternehmen. Dies wirft die Frage auf, ob gezielte Massnahmen zur Förderung der Diversität nicht nur die Governance stärken, sondern auch den langfristigen Erfolg der KMU fördern könnten.»

Die Ergebnisse der Studie könnten als Grundlage für eine breitere Diskussion über Governance-Standards und Diversität in der KMU-Landschaft dienen. Politische Entscheidungsträger, Wirtschaftsverbände und Unternehmen könnten die Erkenntnisse nutzen, um gezielte Initiativen zur Förderung von Diversität zu entwickeln. (pd/nil)


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