Im aktuellen Bundesratswahlkampf um den vakanten Mitte-Sitz stehen zwei PR-Profis im Hintergrund: Lorenz Furrer berät Markus Ritter (persoenlich.com berichtete), während Bettina Mutter Martin Pfister unterstützt. Beide Berater agieren diskret aus der «Tiefe des Raumes» und versuchen, ihren Kandidaten optimal zu positionieren, schreiben die NZZ-Autoren Samuel Tanner und Matthias Venetz.
«Wir spülen ihn nicht fein»
Lorenz Furrer, Mitgründer von Furrerhugi, beschreibt seine Rolle bescheiden: «Ich bin der Gib-häb-zünd von Markus Ritter.» Er stellt seinem Kandidaten zunächst kritische Fragen, um potenzielle Probleme zu antizipieren: «Sag, gibt es bei dir heikle Dinge, die rauskommen werden?» Dabei will er Ritter nicht grundlegend verändern: «So ist er. Wir spülen ihn nicht fein.»
Bettina Mutter von Mutter & Partner muss ihren weitgehend unbekannten Kandidaten Pfister als Alternative zu Ritter etablieren. Sie koordiniert Medientermine und bereitet ihn inhaltlich vor. Während Ritter sich als «80-Stunden-Woche-Vollgas-Konservativer» präsentiert, betont Pfister seine weltoffene, wirtschaftsliberale Seite.
Während Ritter als Favorit gilt, betont Mutter, die Wahl sei offen. Die letzten Hearings würden erst am Vorabend der Wahl stattfinden, schreibt die NZZ. Furrer bereitet seinen Kandidaten auf die Hearings vor und hat den «sportlichen Ehrgeiz», Ritter in den Bundesrat zu bringen.
Die PR-Beratung für Bundesratskandidaten hat sich erst in jüngerer Zeit etabliert. Der bekannteste PR-Coup war wohl das Bild von Elisabeth Baume-Schneider mit ihren Schwarznasenschafen – eine Idee ihres Beraters Martin Hofer von der Agentur Farner. (nil)

