01.05.2021

Jahresbericht der ZHdK

«Wir sind sehr stolz auf dieses Projekt»

Ohne Print: Die ZHdK in Zürich erstellte den Jahresbericht komplett digital. Kernelement ist das Tanzvideo «Antiviral». Greta Grashorn, Leiterin Marketing und Produktion ZHdK, über Knackpunkte, Systemrelevanz und die Bedeutung der Kreativökonomie.
von Edith Hollenstein

Frau Grashorn, warum ist ausgerechnet Tanz die passende Ausdrucksform für den Jahresbericht des Corona-Jahres?
Tanz ist stark von der Pandemie beeinflusst, setzt oft Nähe voraus, braucht Publikum – alleine für sich zuhause zu tanzen, ist etwas völlig anderes. Darum lag es für uns auf der Hand, dass Tanz die richtige Disziplin ist, um das Jahr 2020 und den Wandel, die Frustrationen, aber auch die Innovationen, die es mit sich brachte, im Jahresbericht künstlerisch umzusetzen.

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Wie kam dieses Konzept zu Stande?
Unser Jahresbericht soll nicht bloss zurückblicken, sondern auch neue Impulse setzen. Die ZHdK ist eine der führenden Kunsthochschulen Europas, das wollen wir in Form und Inhalt zeigen. Niels Schäfer und Andrea Bleicher haben uns als externe Berater bei der Erarbeitung und Umsetzung des Konzepts geholfen. In einer Teamleistung haben wir es immer wieder geschafft, Bisheriges anders zu denken, Leute für das Projekt zu begeistern und es exzellent umzusetzen. Sie merken: Wir sind wirklich stolz darauf. Mit der Digitalisierung des Jahresberichts schaffen wir auch eine Plattform für die Zukunft, die Raum gibt für eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Entwicklung der ZHdK.

Was war der grösste Knackpunkt im Projekt?
Wir standen vor derselben Herausforderung wie alle anderen Menschen auch: der Pandemie selbst. So wurde die Zusammenarbeit daran quasi zu einem Corona-Paradeprojekt. Nehmen Sie allein das Tanzvideo: Es ist international, interdisziplinär – und wir mussten es schaffen, es unter Einhaltung der Corona-Massnahmen umzusetzen.

«11 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten in der Kreativwirtschaft»

Setzen Sie im Jahresbericht rein auf Digital oder gibt es auch eine gedruckte Ausgabe?
Der Jahresbericht ist konsequent digital. Für wichtige Zahlen gibt es zusätzlich ein PDF, das man bei Bedarf herunterladen kann.

Der Jahresbericht befasst sich mit Aspekten der Pandemie. Was ist aus Ihrer Sicht eine wichtige Auswirkung, die in der öffentlichen Debatte nicht thematisiert wurde oder zu wenig?
Uns betrifft natürlich besonders die Frage, ob Kunst und Kultur systemrelevant sind. Dazu hat das Zurich Centre for Creative Economies eine Studie veröffentlicht, die zeigt, wie zentral die Kreativökonomie für die Gesamtwirtschaft ist. Zwischen 2016 und 2018 arbeiteten in der Schweiz insgesamt rund eine halbe Million Menschen in der Kreativwirtschaft, was 11 Prozent aller Erwerbstätigen der Schweiz entspricht. Dem wurde in der Systemrelevanz-Debatte kaum Bedeutung geschenkt.


Schwierig dürfte es auch für viele Studentinnen und Studenten sein.

Ja, viele waren in einer sehr schwierigen Lage, denn ihnen brachen durch die Pandemie plötzlich Erwerbsmöglichkeiten weg, was dazu führte, dass sie in Notsituationen gerieten. Mit einem Corona-Solidaritätsfonds unterstützt die Fondation ZHdK unsere Studierenden in akuten finanziellen Notlagen.

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Was für ein Jahr war 2020 für die ZHdK aus finanzieller Sicht?
2020 war finanziell anspruchsvoll, da vieles pandemiebedingt ständig umgeplant werden musste. Der Unterricht wurde innerhalb von zehn Tagen auf digital umgestellt, später wurden Pop-Up-Werkstätten und zusätzliche Probebühnen eingerichtet, damit den Studierenden bestmögliche Bedingungen für ein erfolgreiches Studium geboten werden konnten. Projekte und Veranstaltungen wurden verschoben, abgesagt oder ins Digitale verlagert. Trotz ständig ändernder Ausgangslage und Planungsbedingungen wurde mit den finanziellen Mitteln sehr sorgfältig umgegangen. Wir konnten so das uns zur Verfügung gestellte Budget einhalten.



Die Fragen wurden schriftlich beantwortet.



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