11.01.2017

Tamedia

«20 Minuten» prüft ein eigenes Webradio

Seit immer mehr Handynutzer zum Flat-Tarif surfen, boomt auch das Musik-Streaming. Ein «Mobile-Radio mit interaktiven Elementen» könnte eine gute Ergänzung für die Pendlerzeitung sein, heisst es aus dem Verlagshaus. Wie weit sind die Pläne gediehen?
Tamedia: «20 Minuten» prüft ein eigenes Webradio
Kann man «20 Minuten» künftig nicht nur lesen, sondern auch hören? Ein entsprechendes Webradio wird derzeit «geprüft». (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)
von Christian Beck

An der Dreikönigstagung sprach Tamedia-CEO Christoph Tonini zum «Balanceakt zwischen traditionellem Mediengeschäft und digitaler Gratis-Mentalität». Dabei erwähnte er in seinem Referat nebenbei, dass «20 Minuten» die Einführung eines Radios prüfe.

«Wir prüfen laufend neue Angebote im ‹20 Minuten›-Universum», sagt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer am Tag danach auf Anfrage von persoenlich.com. Ein mögliches Musik- oder Radio-Angebot sei angesichts der enormen Mobile-Reichweite von «20 Minuten» eine von verschiedenen Projektideen. Die Reichweite ist tatsächlich eindrücklich: Allein die Mobile-Site 20min.ch erreicht in der Deutschschweiz laut der aktuellen Internetstudie NET-Metrix-Profile 2016-2 rund 1,5 Millionen Personen, eine weitere Million nutzt das Angebot via iOS- und Android-Apps.

«Musik-Streaming boomt», stellt Zimmer fest. Zudem würden immer mehr «20 Minuten»-Nutzer mit einem Handy-Flat-Abo surfen. Ein Mobile-Radio mit interaktiven Elementen könnte deshalb eine interessante Ergänzung sein. Aber: «Entschieden ist noch nichts», sagt Zimmer.

Fragen, ob ein solches Radioprogramm moderiert wäre, welcher Musikstil ausgestrahlt oder ob Werbung verkauft würde, können noch nicht beantwortet werden. Auch nicht, wie realistisch eine Lancierung überhaupt ist.

Heutige Technologien machen es einfach

Mindestens finanziell dürfte ein Webradio für Tamedia verkraftbar sein. Um ein solches betreiben zu können, braucht es mindestens auf der technischen Seite heute nicht mehr viel. «Mikrofon, Mischpult und Interface stehen auf meinem Bürotisch zu Hause», sagte zum Beispiel Peter Walt in einem persoenlich.com-Interview. Der frühere SRF-3-Moderator betreibt heute alleine ein eigenes Webradio.

Wie hoch die Entschädigungen für Urheber- und Interpretenrechte sein würden, lässt sich noch nicht sagen. «Diese basieren auf den Werbeeinnahmen – oder auf den Betriebskosten, falls diese höher sein sollten, als die Werbeeinnahmen», sagt Suisa-Sprecher Giorgio Tebaldi auf Anfrage. Der Prozentsatz bewegt sich dabei zwischen 1 bis 11,7 Prozent, je nachdem wie hoch der Musik-Anteil ist. Würde ein «20 Minuten»-Webradio nur Musik ab Computer abspielen und gleichzeitig auf Werbung verzichten, wäre zwar der Prozentsatz hoch, jedoch die Betriebskosten sehr tief. Die Abgaben für Urheber- und Interpretenrechte würden dabei einige Tausend Franken nicht übersteigen.

Tamedia verabschiedete sich von den Radios

Noch bis 2011 besass Tamedia mit Radio 24 einen eigenen Sender. Dann hat das Verlagshaus das Interesse an den elektronischen Medien verloren. Radio 24 wurde schliesslich in den Kanton Aargau verkauft. Peter Wanner ist der neue Besitzer. Auch der Anteil an Radio BeO wurde 2011 abgestossen. Man wolle sich auf das Print- und Online-Geschäft konzentrieren, hiess es damals.



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