Armer Globi. Eigentlich wollte er ja nur – gwundrig wie immer seinem gelben Schnabel nach – durch Wälder flanieren und reimend natürliche Zusammenhänge erklären. Zur Freude und Erhellung wissbegieriger Kinder und Eltern.
Dabei zitiert der lustige Vogel in der neuesten Ausgabe «Globi im Wald» Zahlen offenbar falsch, was die Zusammensetzung von hiesigem Viehfutter anbelangt und was dies mit Tropenwäldern mache. Jetzt sind die Schweizer Bäuerinnen und Bauern hässig. Zu Recht.
Die Globi-Verlegerin hat sich sofort entschuldigt und die Produktion einer korrigierten Fassung in Aussicht gestellt. Das ist richtig, konsequent und verdient Respekt.
Dass Globis Reputation nun aber eine Beule hat, lässt sich nicht von der Hand weisen. Das ist bedauerlich, weil Globi ist ja eigentlich ein Gmögiger.
Das Ganze hat aber auch sein Gutes. Denn dass Globi statt im Wald nun in einem veritablen Shitstorm steht, kann als Hinweis dafür gedeutet werden, dass wir gegenüber falschen Fakten unnachgiebiger werden. Wenn Informationen nachweislich falsch sind, reagieren wir sensibel darauf – bis hinein in eine breit geführte Mediendebatte. Der so entstehende gesellschaftliche Diskurs stärkt das kollektive Immunsystem und macht uns fit im Umgang mit einem Phänomen von sehr bedeutender Tragweite – der politischen Desinformation.
Auch wenn Globi aktuell grad ein paar Federn lassen muss, macht er dennoch auch dieses Mal (wenn auch unbeabsichtigt) einen guten Job. Zwar vielleicht weniger für den Wald oder die Landwirtschaft – für unsere Resilienz gegenüber Fake News aber allemal.
Drum: Lasst mal ein bisschen Liebe für Globi da.
Marco Meroni ist Managing Director bei June Corporate Communications.
Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.



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Globi im Shitstorm