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: "persönlich" – der Name als Schicksal?

Es sind mehr als 50 Jahre her, da besuchte der Physiker Wolfgang Pauli den Starphysiker Niels Bohr im dänischen Landhaus. Er sieht das Hufeisen über der Eingangstür: "Sie glauben doch nicht wirklich daran, verehrter Professor?" – "Natürlich nicht", antwortet der, "aber ich habe gehört, es soll auch funktionieren, wenn man nicht daran glaubt."

Hängt über dem "persönlich"-Eingang in Rapperswil auch so ein prima Hufeisen, das jede Menge Unglück abwehrt, ohne dass man regelrecht an seine magische Wirkung glauben muss? Aber sicher – der Name! "persönlich". Namen sind – sagt Baruch Spinoza – "Schicksale". Sie leiten uns subkutan, halten uns – ohne dass wir es gross merken – von manchem fern, führen uns anderem zu. Mein Bruder, nur zum Beispiel, heisst "Sepp", lernte Bauer, leitete den Bauernverband, er meistert jedes Problem mit Bodenhaftung – während der "Ludwig" mich zu theoretischer Physik und Philosophie trieb, in Luftnummern, die mit "persönlich"-Kolumnen und gelegentlich unsolidem Lebenswandel geerdet werden mussten.

Der Name als Schicksal. "persönlich" meint gleichzeitig mehr und weniger als "fachlich" oder "professionell". Heute macht man so ein Theater um Credits und Fachkompetenzen. Klar können wir nie genug können und wissen. Nur reicht es nicht, Kompetenzen zu haben; es kommt – im Beruf wie im Leben überhaupt – darauf an, damit etwas Schlaues anzufangen, etwas Fruchtbares, Bereicherndes. Das aber kommt nicht aus den Kompetenzen, das kommt aus der Person. So dass noch die Professionalität auf die höchst persönliche Frage hinausläuft: Sind wir neugierig, lebhaft, vergnügt, frech, leidenschaftlich? Sind wir – als Profis – noch vital "persönlich"?

Bertrand Piccard erzählt gern, wie er mit Flugzeugprofis über seinen Solar-Flieger sprach, wie sie abwehrten (vergiss es, wir wissen, was machbar ist, was du da vorhast, ist unmöglich ...), wie schliesslich ein Schiffbauer das Flugzeug baute, "weil er noch nicht wusste, dass es unmöglich sei". Wollten auch die "persönlich"-Macher nicht wissen, dass es unmöglich sei, so ein Heft erfolgreich ins 21. Jahrhundert zu steuern – es sei denn, man nehme es resolut persönlich?

Die Ungeniertheit persönlicher Präferenzen fiel in diesem Magazin schon immer auf. Bei aller professionellen Umsicht schienen mir die "persönlich"-Chefs eher nach der Manier eines bekannten Onkologen zu handeln, dem ein Händedruck des Patienten oft mehr sagt als der ganze Kram der Laborwerte. Man muss Laborwerte und Röntgenbilder lesen können, klar, aber man behandelt am Ende keine Röntgenbilder. Ähnlich hielten sich Oliver Prange und Matthias Ackeret über Entwicklungen in den einschlägigen Branchen auf dem Laufenden, doch stets im Bewusstsein, mit der nächsten Ausgabe nicht "die Branchen" zu erreichen, sondern Menschen, also komische Vögel. Und was zwischen komischen Vögeln läuft, läuft nicht von Fachhirn zu Fachhirn, eher im Lachen über die grad angesagten Fachkompetenzen.

Und im hartnäckigen Festhalten an Aussensichten, Laienneugier, Kinderfragen. Warum macht Geld nicht glücklich? Sigmund Freud: Weil Geld kein Kinderwunsch war. Warum lebt "persönlich" noch? Weil es Kinderfragen zulässt. Höchst persönlich. Der Name als Schicksal.

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