Der hauchdünne Sieg bei der Abstimmung über die Revision des Radio- und Fernsehgesetzes muss der SRG und dem Fernsehen (nicht dem Radio!) der deutschen Schweiz S(R)F zu denken geben. Wenn die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zu einer Vorlage, die sinnvoll ist und obendrein ihr Portemonnaie entlastet, nur ganz knapp Ja sagen, dann stimmt offenbar etwas nicht im Verhältnis zu jener Institution, um die es geht. Die Fernsehmacherinnen und -macher im Leutschenbach täten deshalb gut daran, sich zu fragen, weshalb denn die Westschweiz ein ganz anderes, viel positiveres Verhältnis zu ihrem Service-Public-Sender, der TSR, hat. Das hängt nämlich nicht nur mit einem anderen Staatsverständnis der Romandie zusammen. Es hat vor allem auch damit zu tun, dass die Westschweizer ein viel intelligenteres, kompetenteres, weltoffeneres und kreativeres Fernsehen machen. Kurzum, sie sind einfach besser als ihre Kolleginnen und Kollegen in Zürich-Oerlikon, die sich oft vor allem durch Voreingenommenheit, Arroganz, Engstirnigkeit, Fantasielosigkeit und Spiessigkeit hervor tun. Das dem so ist, erfährt jeder, der mit den TV-Sendern in beiden Sprachregionen regelmässig beruflich zu tun hat. Wird sich jetzt nach diesem Abstimmungssonntag bei S(R)F etwas ändern? Sicher nicht. Denn es gehört ja zu den Charakteristika der Selbstgerechten, dass sie die Fehler stets bei den anderen suchen und nicht bei sich selbst.



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: Viel intelligenteres Fernsehen in der Westschweiz