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Was ist das Metaversum?

Nicola Mendelsohn

An der Wand unseres Büros hängt ein Poster mit der Frage: «Was würden Sie tun, wenn Sie keine Angst hätten?» Das ist eine brillante Frage, die uns ermutigt, unerschrocken und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.

Mark Zuckerberg betrat letzten Monat virtuell die Bühne der Jahreskonferenz von Facebook, um diese Frage zu beantworten. Er verkündete, dass sich von nun an alle unsere Apps und Technologien unter der neuen Unternehmensmarke Meta zusammenfinden. Meta wird sich darauf konzentrieren, das Metaversum zum Leben zu erwecken und Menschen so dabei zu helfen, Kontakte zu knüpfen, Gemeinschaften zu finden und Unternehmen aufzubauen (persoenlich.com berichtete).

Aber was ist das Metaversum?

Wir sehen das Metaversum als den logischen Nachfolger des mobilen Internets – ein verkörpertes Internet, bei dem man mittendrin ist und nicht nur dabei zusieht. Man wird dort in der Lage sein, fast alles zu tun, was man sich vorstellen kann – sich mit Freunden und Familie treffen, arbeiten, lernen, spielen, einkaufen und gestalten. Essenziell ist, dass sich das Metaversum durch soziale Präsenz auszeichnet. Es zeichnet sich durch das Gefühl aus, mit einer anderen Person zusammen zu sein. Ganz gleich, wo auf der Welt man sich gerade befindet.

Dabei geht es nicht darum, physische Erfahrungen zu ersetzen. Was gibt es schliesslich Schöneres als eine Umarmung von einem geliebten Menschen? Stattdessen wollen wir Onlineerlebnisse für die Zeiten verbessern, in denen physische Erlebnisse aus irgendeinem Grund nicht möglich sind.

Das Metaversum ist nicht etwas, das wir allein gestalten werden.

Wir werden es gemeinsam mit Creatorinnen, Entwicklern sowie Unternehmen, Expertinnen und politischen Entscheidungsträgern verantwortungsvoll gestalten. Wir wissen, dass die Geschwindigkeit, mit der sich neue Technologien entwickelt haben, in der Vergangenheit manchmal dazu geführt hat, dass Politiker und Regulierungsbehörden nicht mehr mithalten konnten. Das dürfen wir dieses Mal nicht zulassen und werden deshalb die Gespräche offen und kooperativ führen.

Wir hoffen, dass das Metaversum, wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten, innerhalb des nächsten Jahrzehnts eine Milliarde Menschen erreicht. Es soll Hunderte von Milliarden US-Dollar für den digitalen Handel generieren und Arbeitsplätze für Millionen von Kreativen und Entwickelnden bieten.

Das ist ein aufregender nächster Schritt für unser Unternehmen. Aber noch viel wichtiger: Es ist ein aufregender nächster Schritt für uns alle.

Ich bin mir sicher, dass das Metaversum viele Bereiche unseres Lebens verändern wird. Vor allem kann das Metaversum auch die Art und Weise verändern, wie wir unsere Kontakte pflegen und miteinander kommunizieren. Im Jahr 2016 wurde bei mir ein follikuläres Lymphom diagnostiziert, eine seltene Form von Blutkrebs. Ich trat einer Facebook-Gruppe bei, die mich mit Betroffenen auf der ganzen Welt vernetzte, die an demselben Krebs leiden wie ich. Wir haben dort unsere Erfahrungen und Symptome ausgetauscht, unsere Behandlungspläne verglichen und uns gegenseitig unterstützt. Die meisten dieser Menschen lebten auf der anderen Seite der Welt.

Mit dem Metaversum könnte diese Barriere endgültig durchbrochen werden.

Wie viele Geschichten gibt es, in denen Menschen ihre Freundinnen oder Partner in den sozialen Medien kennengelernt haben? Mit dem Metaversum würde diese Möglichkeit nochmals erweitert.

Es hat auch das Potenzial, die Art und Weise zu revolutionieren, wie wir einkaufen und mit Unternehmen interagieren.

Das Metaversum wird überdies verändern, wie wir arbeiten. Wie so viele andere arbeite auch ich von zu Hause aus. Hybrides Arbeiten wird noch einmal viel komplexer, wenn einige Leute zusammen sind, andere aber immer noch aus der Ferne arbeiten.

Im Metaversum könnten meine Teammitglieder und ich in derselben Besprechung sitzen oder am gleichen Projekt arbeiten, auch wenn wir in verschiedenen Teilen der Welt leben.

In Zukunft müsste ich nicht mehr in ein Geschäft gehen oder auf meinem Handy scrollen, um einen neuen Wintermantel zu finden. Ich könnte stattdessen einen in der Arktis kaufen und sehen, wie er in dieser Umgebung aussieht und sich anfühlt. Beim Autokauf könnte ich eine aufregende Testfahrt um den Grand Prix von Monaco machen, anstatt in einen statischen Ausstellungsraum zu gehen.

Zweifelsfrei gibt es einige Leute, die sagen werden, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt ist, um sich auf die Zukunft zu konzentrieren. Mir ist bewusst, dass es aktuell natürlich wichtige Themen gibt, an denen wir arbeiten müssen. Aber wir müssen auch – und genau darum geht es beim Metaversum und bei unserer neuen Unternehmensidentität Meta – weiterhin lernen und mutig in die Zukunft schreiten.



Nicola Mendelsohn ist VP Global Business Group bei Meta.

Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.

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