Am 3. Februar dieses Jahres liess SRF-Chefin Nathalie Wappler in der Tagesschau verkünden, dass neben dem Kulturmagazin «Gesichter+Geschichten» auch die Unterstützung der Nachwuchs-Comedians mit der Sendung «Swiss Comedy Awards» eingespart werden müsse. Am letzten Wochenende feierten 400 aufgebotene Trauernde die Beerdigung der Sendung im Studio 1 in Leutschenbach, live übertragen auf Schweizer Fernsehen SRF 1.
Viele bekannte Namen, die ihre Zuschauer zum Lachen bringen, gaben sich die Ehre, beim Abgesang dabei zu sein: Giacobbo, Büssi, Patti Basler, Vetter und Elsener, mal als Gast, mal als Laudator. Durch die Sendung führte, für mich Oldie eher neu, Nadia Goedhart (30), Mehrzweckwaffe bei Radio Energy. Um es gleich vorwegzunehmen: Die zweistündige Sendung bot mit Showacts und Geehrten einen bunten Querschnitt durch die Humorszene. Highlights die unverwüstlichen, einzigartigen Ursus und Nadeschkin sowie das Duo Divertimento, das in Einzelbesetzung den Ehrenpreis entgegennahm. Jonny Fischer weilt bei Dreharbeiten in Argentinien.
Als Anhänger und Jahrgänger der eher klassischen Unterhaltung in diesem Genre à la Emil, Harald Schmidt, Giacobbo/Müller, Deville fand ich den Einstieg beim Ausstieg aus diesem Konzept dagegen ziemlich peinlich: Baschi in der Maske von Roger Federer, getürkte Szenen, Abgang fliegend durchs Trapez wie Helene Fischer, selbst die rote Clownnase bei Nadia fehlte nicht. Billig, unpassend. Zum Vergessen. Das fanden wohl auch die Schweizer Medien.
Trotz der besten Sendezeit am Samstagabend live auf SRF, gespickt mit prominenten Namen, Verleihung eines Stück Felsens in sechs Kategorien war dieser Anlass der ganzen Flut der Schweizer Medien nicht der Erwähnung wert.
Weder Tages-Anzeiger, NZZ oder Blick schenkten dem lustigen Nachwuchs der Schweiz eine Zeile. Halt! Ausnahme. Auch dieses business is local: Meine Nachforschungen brachten immerhin ein paar Zeilen beim Oltner Tagblatt und der Solothurner Zeitung zutage für Lokalmatador Valerian Mollet mit seinem Preis als «SRF 3 Best Talent Comedy 2025».
Hans Jürg (Fibo) Deutsch arbeitete seit 1960 für Ringier und hatte die verschiedensten Funktionen inne, unter anderem Chefredaktor der Schweizer Illustrierten.
Unsere Kolumnistinnen und Kolumnisten vertreten ihre eigene Meinung. Sie deckt sich nicht in jedem Fall mit derjenigen der Redaktion.



BLOG
Swiss Comedy Awards: Wer zuletzt lacht?