15.09.2020

Digital Festival

«Die Learnings waren zahlreich»

Ab Donnerstag findet das 5. Digital Festival in Zürich statt. Jonathan Isenring, Geschäftsführer und Mitgründer des viertägigen Festivals, spricht über Planungsunsicherheiten, eine allfällige Maskenpflicht und welche Themen die digitale Welt im Jahr 2020 beschäftigen.
Digital Festival: «Die Learnings waren zahlreich»
«Wir haben eine gewisse Zurückhaltung und auch Verunsicherung bei den Ticketverkäufen erlebt», sagt Isenring und freut sich dennoch auf das Festival. (Collage: persoenlich.com, Bild: Nicolas Righetti, Bild: Digital Festival)
von Loric Lehmann

Herr Isenring, am Donnerstag startet das 5. Digital Festival in Zürich. Wie ist es in Zeiten einer Pandemie einen mehrtägigen Event mit über 300 Leuten zu veranstalten?
Die Planungsunsicherheit und der Mehraufwand in sehr vielen Bereichen in der Vorbereitung aber auch vor Ort gehören leider schon seit einigen Monaten zu unserem Alltag und verlangen ein grosses Mass an Flexibilität, Kreativität aber auch Leidenschaft. Genau diese Leidenschaft überwiegt aber während der meisten Zeit und hat ermöglicht, dass wir die Freude bis anhin nicht verloren haben. Die Gewissheit, dass wir ein unglaublich starkes Team, loyale Partner und viele gutgesinnte Freunde des Digital Festivals haben, sind täglicher Motivator, auch in diesem Jahr ein Festival mit einer einmaligen und unvergesslichen Atmosphäre auf die Beine zu stellen. Gerade stehen die Gesellschaft und Wirtschaft vor den Herausforderungen, für die das Digital Festival Lösungen aufzeigt.

Wie schwierig ist es, die Schutzmassnahmen zu gewährleisten, aber trotzdem den Anlass so attraktiv wie möglich zu gestalten?
Das ist auf jeden Fall ein sehr schwieriges Thema, mit welchem wir uns sehr intensiv auseinandergesetzt haben. Für uns war aber von Anfang an klar, dass die Sicherheit und das Wohlbefinden der Teilnehmenden und auch des gesamten Teams im Vordergrund stehen. Aus diesem Grund haben wir die Anzahl Teilnehmenden reduziert und zusätzliche Bewegungsfläche geschaffen, so dass der Mindestabstand eingehalten werden kann. Begleitet wird das mit vielen weiteren, umfassenden Massnahmen, welche die Teilnehmenden so wenig wie möglich einschränken sollen. Wir sind überzeugt, dass Inspiration, Austausch und Erlebnis auch so problemlos möglich sein werden und setzen auf die Mithilfe und Selbstverantwortung durch die Teilnehmenden.

«Bei Nichtbeachten der Regeln werden wir eine Maskenpflcht für alle Teile des Festivals verordnen»

Wird es eine Maskenpflicht geben?
Aktueller Stand ist, dass überall dort Masken getragen werden müssen, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Für die Labs haben wir eine fixe Maskenpflicht beschlossen, da diese vom Austausch und der Interaktion in kleineren Gruppen leben und so der Mindestabstand oftmals nur teilweise eingehalten werden kann und wir den Mindestabstand durch die Dezentralität auch nicht gewährleisten können. Wir werden aber die Dynamik vor Ort beobachten und bei Nichteinhalten der geltenden Regeln – beispielsweise des Mindestabstands – eine Maskenpflicht für alle Teile des Festivals verordnen.

Was waren die Learnings in der Vorbereitung?
Diese waren, wie auch in anderen Jahren, zahlreich. Nebst dem, dass wir uns mit vielen neuen Vorschriften befasst haben und in der Durchführung von Covid-19-tauglichen Events sicher viel gelernt haben, haben wir auch gesehen, wie gut das Team funktioniert und selbst grössten Belastungen und Unsicherheiten standhalten kann. Wir haben gelernt, auf welche Partner wir uns in einer solch schwierigen Zeit verlassen können und wie gross, trotz Verunsicherung, die Loyalität unserer Community ist.

Und die grösste Schwierigkeit?
Eine der grössten Schwierigkeiten war es sicher, sich trotz Unsicherheit und finanziellen Implikationen, jeden Tag aufs Neue wieder zu motivieren, andere von unserer Plattform und dem was wir tun zu begeistern. Für uns ist aber auch klar, dass im Falle einer Absage nicht nur wir, sondern auch viele unserer Zulieferer um die Existenz kämpfen müssten. Und da sehen wir uns in der Verantwortung und sehen es als unsere Pflicht alles Mögliche zu tun, um das zu vermeiden.

«Wir haben das Festival stark weiterentwickelt»

Sind Sie zufrieden mit den Ticketverkäufen?
Wir haben eine gewisse Zurückhaltung und auch Verunsicherung bei den Ticketverkäufen erlebt. Und das trotz der Tatsache, dass wir von Anfang an die Tickets abgesichert haben und die Gültigkeit zur nächsten Durchführung oder eine Rückerstattung in Ausnahmefällen im Falle einer überraschenden Absage angeboten haben. Wir freuen uns aber auf ein erfolgreiches fünftes Digital Festival mit vielen spannenden Teilnehmenden und den Austausch mit ihnen.

Wie hat sich das Festival – abgesehen von Corona – in den letzten fünf Jahren verändert?
Wir haben das Digital Festival in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Das beinhaltet einerseits die Schärfung unserer Zielgruppe und genauer Ausrichtung des Angebots darauf, die Weiterentwicklung der Formate und auch unserer eigenen DNA. Nicht umsonst ist das Digital Festival bekannt für einmalige Erlebnisse, die spezielle Festival-Atmosphäre, das Zusammentreffen der digitalen Macher und Macherinnen und einer Vielzahl von spannenden und auch unvorhergesehenen Begegnungen. Wir werden auch in Zukunft unseren Werten treu bleiben und getrieben von diesen und unserer Leidenschaft das Digital Festival weiterentwickeln.

Welche Themen beschäftigt die digitale Welt im Jahr 2020?
Einerseits sicherlich die Implikationen von Covid-19 als Beschleuniger auf den digitalen Wandel in der Art und Weise wie wir arbeiten, aber auch wie wir wirtschaften. Es gibt aber eine Vielzahl von weiteren Themen, welche uns seit einiger Zeit beschäftigen und auch nicht so schnell wieder verschwinden werden: Wie kann ich mein Geschäftsmodell durch die Digitalisierung erfolgreich transformieren, wie kann künstliche Intelligenz einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten oder welche Fähigkeiten muss ich mir persönlich aneignen um für die Arbeitswelt der Zukunft bereit zu sein.

Was sind die Highlights dieses Jahr?
Wir freuen uns sehr, in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit unseren Partnern wie Swisscom, Post und Innosuisse zum ersten Mal einen KMU-Fokustag bieten zu können und haben dafür ein umfangreiches Programm mit spezifischen Panels, Keynotes und Labs geplant.

«Wir haben innert kürzester Zeit den weltweit ersten hybriden Hackathon lanciert.»

Und für Sie persönlich?
Mein persönliches Highlight ist sicherlich die Keynote von Ross Mason, Gründer von MuleSoft (2018 für 6,5 Milliarden US-Dollar an Salesforce verkauft) und einer der erfolgreichsten Technologieunternehmer. Ich freue mich aber auch auf die legendäre Digital Festival Grillparty mit musikalischer Unterhaltung von jungen Musikerinnen und darauf, dass wir vielen unserer Community das analoge Hören, Sehen und Unterhalten in einem sicheren Rahmen ermöglichen können.

Letztes Jahr nahmen am 40-stündigen Hackathon mehr als 500 Leute aus 49 Ländern teil. Wie viele werden es dieses Jahr sein?
Auch in diesem Jahr haben sich wieder mehr als 4000 Technologie-Talente aus 80 Ländern für den HackZurich beworben. Als einer der ersten grossen internationalen Hackathons wird HackZurich in diesem Jahr erneut der Rolle des Pioniers gerecht und hat innert kürzester Zeit den weltweit ersten hybriden Hackathon lanciert.

Was bedeutet das?
Während dem die Anzahl der Teilnehmenden aufgrund den durch Covid-19 verursachten geringeren Platzverhältnissen und eingeschränkten Reisetätigkeit vor Ort von 550 auf 300 Personen reduziert werden musste, kommen in diesem Jahr erstmals 700 Teilnehmende virtuell aus aller Welt dazu. Dabei werden nicht nur der Projektoutput und die Reichweite signifikant erhöht, sondern der HackZurich durch die reduzierte Reisetätitgkeit nachhaltiger und durch die nicht anfallenden Reisekosten inklusiver. Wir sind überzeugt, dass die hybride Form des HackZurich ein solides Fundament für den nachhaltigen Erfolg und Zukunftsfähigkeit des HackZurich bietet. Wir sind dankbar, dass sowohl unsere Partner als auch unsere Community diesen Weg mit uns gehen und uns nach allen Kräften unterstützen.



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