Das Online-Netzwerk Facebook, das vorige Woche seinen Börsenprospekt einreichte (persoenlich.com berichtete), schafft neu den Posten der Marketingchefin und entfernt sich so von der bisherigen Strategie der Mund-zu-Mund-Vermarktung. Besetzt wird die neue Stelle mit der Marketingexpertin Rebecca van Dyck, die zuletzt beim Jeanshersteller Levis und davor bei Apple arbeitete, wie die Financial Times Deutschland Online (ftd.de) berichtete. Ihre Stelle bei Levis hatte van Dyck erst im April 2011 angefangen.
Laut ftd.de passt van Dyck "in das personelle Beuteschema von Sheryl Sandberg." Denn die rechte Hand von Gründer Mark Zuckerberg setze sich für Frauen in Führungspositionen und die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie ein und van Dyck selbst hat zwei Töchter. Sandberg hat seit ihrem Stellenantritt bei dem sozialen Netzwerk vor knapp vier Jahren unter anderem die Personalchefin Lori Goler eingestellt. Auch Carolyn Everson, zuvor Chefin von Microsofts Werbeeinheit, wurde durch sie abgeworben. Bei ihr war es Sandberg - wie nun auch bei van Dyck - gelungen, sie nach nur wenigen Monaten in der vorigen Anstellung für sich zu gewinnen. Van Dyck hatte erst im April 2011 bei Levis angefangen. Nun erweitert Sandberg also den Frauenführungszirkel um eine sportliche Werberin, die Geschichte und Psychologie studierte.
Van Dyck wird sich bei Facebook um drei Kundengruppen bemühen: Nutzer, Werbetreibende und Programmierer. Denn ohne auskunftsfreudige Nutzer sind Werbetreibende nicht bereit, zu zahlen und ohne die Entwickler von Spielen und anderen Programmen büsst das Netzwerk für Nutzer an Attraktivität ein. Über ihre Arbeit zum iPhone sagte van Dyck einst: "Es ging zuerst und zuvorderst um die Nutzungserfahrung. So gehe ich ans Marketing heran: Man konzentriert sich auf das, was dem Kunden wichtig ist." Damit bringt sie wohl die richtige Einstellung mit, denn ihre Aussage deckt sich ziemlich gut mit dem, was Zuckerberg im Börsenprospekt schreibt: "Uns war immer vor allem die soziale Mission wichtig, die Angebote, die wir bauen und die Menschen, die sie nutzen."
Bisher hat Facebook nicht aktiv in Werbung investiert, sondern lediglich Textanzeigen neben Suchergebnissen geschaltet. Daher sind die Ausgaben vergleichsweise gering, jedoch steigend: Während Facebook 2009 noch mit fünf Millionen Dollar auskam, stiegen diese 2010 auf acht Millionen Dollar und letztes Jahr gab das Unternehmen bereits 28 Millionen Dollar für Werbung aus. (ftd.de)

