02.01.2019

Netflix

Satire in Saudi-Arabien aus dem Programm entfernt

Der Streamingdienst hat damit auf eine rechtskräftige Aufforderung des Informationsministeriums in Riad reagiert. In der betroffenen Folge von «Patriot Act with Hasan Minhaj» kritisierte der US-Komiker den Kronprinzen unter anderem wegen der Ermordung von Jamal Khashoggi.
Netflix: Satire in Saudi-Arabien aus dem Programm entfernt
Zieht in seinem Satireprogramm über den saudi-arabischen Kronprinzen und den Militäreinsatz im Jemen her: US-Komiker Hasan Minhaj. (Bild: Videostill; Netflix/YouTube)

Der Streamingdienst Netflix hat unter dem Druck des saudi-arabischen Königshauses eine Folge einer Comedy-Show aus dem Programm genommen. Netflix bestätigte am Dienstag, dass die Episode in Saudi-Arabien nicht mehr gezeigt werde.

In der Folge der Satire mit dem Titel «Patriot Act with Hasan Minhaj» zog der 33-jährige US-Komiker Hasan Minhaj über Kronprinz Mohammed bin Salman wegen der Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul sowie über Riads Militäreinsatz im Jemen her.

«Wir unterstützen mit Nachdruck weltweit die künstlerische Freiheit und haben die Folge nur in Saudi-Arabien zurückgezogen, nachdem wir eine rechtskräftige Aufforderung erhalten haben» zur Befolgung der örtlichen Gesetze, erklärte eine Sprecherin des Streamingdienstes.

Wie die britische Zeitung «Financial Times» berichtete (Artikel kostenpflichtig), reagierte der Dienst auf eine Erklärung des Informationsministeriums in Riad, wonach die Satire gegen ein Gesetz zur Cyber-Kriminalität verstosse. Das Ministerium war zunächst nicht zu einer Stellungnahme erreichbar.

Der Regierungskritiker Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul von saudi-arabischen Agenten getötet worden (persoenlich.com berichtete). Die Tötung hatte weltweit für Aufsehen und diplomatische Verwerfungen gesorgt. Der US-Senat bezeichnete in einer Resolution den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed als «verantwortlich für den Mord». Dieser bestreitet eine Verwicklung. Mit ihrem Beschluss stellte sich die Kongresskammer gegen US-Präsident Donald Trump, der die Beteiligung des mächtigen Thronfolgers an dem Verbrechen anzweifelt. (sda/afp/as)

 

 



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