05.03.2018

Nach No Billag

SRF-Stars bleiben besonnen auf Twitter

Jonas Projer, Sabine Dahinden oder Sandro Brotz: Sie alle wehrten sich stark gegen «No Billag». Am Abstimmungssonntag hingegen blieben ihre Social-Media-Kanäle still. Nur wenige äusserten sich und zwar auffallend zurückhaltend. Das ist ganz im Sinne der SRG.
Nach No Billag: SRF-Stars bleiben besonnen auf Twitter
Äusserte sich schon fast wagemutig mit «Ich freue mich über das Nein»: SRF-Moderatorin Susanne Wille. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Nach monatelanger Ungewissheit wird nach dem deutlichen Nein zu «No Billag» am Abstimmungssonntag so manchem SRG-Mitarbeiter ein Stein vom Herzen gefallen sein. Knapp 72 Prozent lehnten die Vorlage ab (persoenlich.com berichtete). Bei den Moderatoren der Abstimmungssendungen war die Erleichterung spürbar, schreibt TV-Kritiker René Hildbrand. Schmückendes Beiwerk habe es allerdings nicht gegeben (persoenlich.com berichtete).

Genau so nüchtern, wie die Moderatoren vor der Kamera, zeigten sich die SRF-Vertreter auf Twitter und Facebook. Jubelschreie und Freudentaumel suchte man am Sonntag vergeblich. Die Rede ist von «Erleichterung» und «Dankbarkeit», aber noch mehr von einer «Verpflichtung» und einem «klaren Auftrag», den es jetzt umzusetzen gelte. 

«Wir werden alles geben, um unseren Informationsauftrag auch in Zukunft gewissenhaft und respektvoll umzusetzen», schrieb SRF-Fernsehchefredaktor Tristan Brenn am Sonntag.


«10vor10»-Moderator Arthur Honegger sprach von einer «Verpflichtung, Programm zu machen für alle im Land».

Urs Leuthard, der das Fernsehpublikum durch den Abstimmungssonntag führte, lobte die Schweiz als «einziges Land, in dem die Bürgerinnen und Bürger über den Service public abstimmen können».

Brüssel-Korrespondent Sebastian Ramspeck reagierte mit einem einfachen «danke».

Und «10vor10»-Moderatorin Susanne Wille wirkte mit einem «Ich freue mich über das Nein» fast schon wagemutig.


Am Tag nach den Abstimmungen äusserte sich Wille auf Facebook etwas ausführlicher – aber in derselben Zurückhaltung: «Natürlich. Ich freue mich sehr über die Nein Stimmen heute. Und ich danke allen, die sich für die SRG eingesetzt haben. Aber ich nehme auch die Ja Stimmen sehr ernst. Sie haben gezeigt: Wir müssen uns bewegen, uns noch besser erklären.»

Während sich die einen mit nüchternen Dankes-Tweets zu Wort meldeten, blieben andere ganz still. «Arena»-Redaktionsleiter Jonas Projer zum Beispiel, der sonst auf Twitter gern rege diskutiert. «Rundschau»-Moderator Sandro Brotz, der gerade kürzlich mit der Offenlegung seines Lohnes auf Facebook für Wirbel sorgte. Oder «Schweizaktuell»-Moderatorin Sabine Dahinden, die sich im November in einem Video auf Facebook hinter ihren Arbeitgeber gestellt hatte (persoenlich.com berichtete). 

Hat SRF seinen Mitarbeitenden Anweisungen bezüglich der Kommunikations in den Sozialen Medien gegeben? Tatsächlich gab es bei SRF «Guidelines zum Verhalten am Abstimmungssonntag», wie Kommunikationschefin Andrea Hemmi auf Anfrage von persoenlich.com sagt. Die Empfehlung sei gewesen, sachlich und bescheiden zu bleiben. Denn viele, die Nein stimmten, sagten damit nicht vorbehaltlos Ja. An diese Richtlinien haben sich die SRF-Vertreter vorbildlich gehalten.


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KOMMENTARE

Chris Heyduk
06.03.2018 04:21 Uhr
Jetzt bitte noch brav die Gebühren "tuggen", wie das der Rest der Schweiz auch tun muss.
Sam Zumbuehl
06.03.2018 00:15 Uhr
Die No-Billag-Initiative war zu radikal, deshalb haben viele (wie ich) Nein gestimmt. Das ist aber kein Persilschein für die SRG (besonders TV-SRF), nun beim Status Quo zu bleiben. Einige Videos von SRF-Angestellten (z.B. von Sabine Dahinden) waren eher peinlich, und ich glaube kaum, dass wegen einem solchen Video jemand für ein Nein zu gewinnen war. Nein, keine Frage: Der öffentliche Rundfunk bleibt wichtig. Aber viele wünschen ein "besseres" SRF, was immer das heisst. Weniger seichte Unterhaltung, mehr qualitativ gute Information. Und bitte: keine "Stars"! Ein guter Journalist ist kein Star und drängt sich nicht an die Öffentlichkeit. So gesehen ist es gut, dass jetzt viele SRF-Journis "ruhig" blieben. Das können sie auch in Zukunft. Sollen ihren Job machen, sich aber nicht im Scheinwerferlicht selbst bespiegeln. Danke!
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