Die Archivbestände von Radio und Fernsehen der SRG bilden den grössten audiovisuellen Datensatz der Schweiz. Finanziert haben sie die Schweizerinnen und Schweizer. Entsprechend gehörten diese Daten in ein transparentes, schweizerisches Umfeld, sagt SRG-Generaldirektorin Susanne Wille in der NZZ am Sonntag. Seit diesem Monat weist die SRG darum Crawler der grossen KI-Unternehmen ab; die Geschäftsleitung will den unkontrollierten Abfluss von Videos, Fotos und Texten stoppen.
Was die SRG den grossen Anbietern verwehrt, will sie der Forschung im eigenen Land gewähren. Konkret sollen die Daten dem KI-Modell Apertus zugutekommen, das die ETH Zürich und die EPFL entwickeln.
Für das vor einem Jahr lancierte Modell sei die Übernahme «sehr wertvoll», sagte Chefentwickler Imanol Schlag. Dank dem Audiomaterial werde es alle Landessprachen und Dialekte verarbeiten können, dazu kommt journalistisch geprüftes Wissen über das Land: «Genau solche Daten fehlen heute in praktisch allen KI-Modellen.»
HSG-Professor Damian Borth nennt die Kooperation «clever»: Die Daten blieben in eidgenössischer Hoheit, Apertus werde die Schweiz besser kennen als Chat-GPT oder Claude. Noch sind rechtliche Fragen offen, danach wäre die Implementierung laut Schlag innert Monaten möglich. (nil)

