29.08.2021

Tages-Anzeiger

Deutliche Mehrheit gegen Pfauen-Abriss

Die Wogen über die Zukunft des Zürcher Schauspielhauses gehen hoch. Die Mehrheit der Tagi-Userinnen und User ist gegen den Abriss. Vorausgegangen war ein Streitgespräch zwischen Abrissgegner Matthias Ackeret und Befürworter David Schärer im Tages-Anzeiger.
Tages-Anzeiger: Deutliche Mehrheit gegen Pfauen-Abriss
Auf der Bühne des Pfauensaals im Schauspielhaus Zürich fand das Streitgespräch zwischen David Schärer (links) und Matthias Ackeret statt. (Bild: Thomas Egli)

Die Zukunft des Zürcher Schauspielhauses schlägt hohe Wellen. Der Zürcher Stadtrat und auch die Führung des Theaters wollen den geschichtsträchtigen Pfauensaal, an welchem Weltpremieren von Bertolt Brecht, Max Frisch sowie Friedrich Dürrenmatt stattfanden, zerstören und durch einen Neubau ersetzen.

Dagegen hat sich nun massiver Widerstand formiert. Im Tages-Anzeiger diskutierten «persönlich»-Verleger Matthias Ackeret, Mitgründer des Komitees «Rettet den Pfauen», als Abrissgegner und Rod-Gründer und Werber David Schärer als Befürworter eines Neubaus und Erstunterzeichner bei «Pfauen mit Zukunft» über die weitere Verwendung des Saals.

Deutliche Mehrheit will historischen Saal behalten

Während Ackeret im Streitgespräch den historischen und architektonischen Wert des Pfauens hervorhob, betonte Schärer, dass der Saal für modernes Theater ungeeignet sei und sich ein Neubau aufdränge.

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Bei einer nichtrepräsentativen Umfrage auf tagesanzeiger.ch, an welcher 540 Personen teilgenommen haben, sprachen sich anschliessend 69 Prozent für die Beibehaltung des Theaters im jetzigen Zustand aus, während es 24 Prozent durch einen Neubau ersetzen wollen. Die restlichen 7 Prozent gaben an, nie ins Theater zu gehen. Am Donnerstag fand noch eine grosse Pressekonferenz der drei Komitees, die sich gegen den Abriss einsetzen, sowie des Heimatschutzes statt. (red)



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Kommentare

  • Victor Brunner, 30.08.2021 14:33 Uhr
    Was ist in den letzten Jahren an der Pfauenbühne falsch gelaufen dass der Erhalt derselben immer mit der Geschichte ab 1933 begründet werden muss. Was waren die herausragenden Leistungen der letzten Jahre? Die jetzigen Intendanten machen Anbiederungs-, Gender- und Wiederholungstheater. Barbara Frey hatte einige Erfolge, auch im Ausland, auch mit Wiederholungstheater, Shakespeare und Stücke von anderen wurden vergewaltigt (umgeschrieben bis zur Unkenntlichkeit). Von Hartmann, ausser der Villa am See die er bewohnte und nicht zufrieden war, wenig bleibendes. Marthaler machte gutes und innovatives Theater, manchmal Türe auf/Türe zu-Stücke, aber immer sehenswert. Sogar eine neue Bühne, eher untauglicher Abstellplatz, wurde geschaffen aber mit Geld konnte er nicht umgehen. Da beschlossen die Verantwortlichen der Bühne wieder das Mittelmass zu verkünden, mit ausgeglichenen Budgets. Das Theater ist zuwenig in der Bevölkerung verankert und mit verordnetem Theater für Schüler die Besucherzahlen hochzutreiben ist auch keine Lösung! Eine Grundsatzdiskussion welches Theater braucht es wäre sinnvoll, nicht diskutieren über Erhalt oder völlig neue Bühne!
  • Pierre Rothschild, 30.08.2021 11:47 Uhr
    Wir müssen Matthias Ackeret unendlich dankbar sein, dass er sich die Zeit und Mühe nimmt, hier das Thema vor allem historisch zu beleuchten. Bezüglich der Kosten hat es beim Stimmbürger so oder so wenig Chancen. Aber man weiss nie... Wer die Pfauen-Bühne nicht begreift, wird in der ganzen Welt der Kultur nicht alles verstehen! Und schon gar nicht die Emigration durch den Wahnsinn im Dritten Reich. Tradition und Erneuerung: Ja. Erneuerung, welche die Tradition zerstört: Nein.
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