20.02.2014

Filmförderung

EU verlängert "Media" nur unter Bedingungen

Das Ja zur Masseneinwanderungsinitiative hat Auswirkungen auf die Kulturszene.

Die EU will keine Verhandlungen zur Erneuerung des Filmförderungsprogramms "Media" aufnehmen solange die Schweiz das Zusatzprotokoll zur Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien nicht ratifiziert hat. Das sagte der Sprecher der EU-Kommission, Dennis Abbott, in Brüssel.

Er bestätigte damit gegenüber der Nachrichtenagentur sda eine Meldung des Westschweizer Radios RTS. Das MEDIA-Abkommen ist seit 2006 in Kraft und wurde 2009 für weitere vier Jahre verlängert. Im September 2013 hatte der Bundesrat das Verhandlungsmandat für eine weitere Erneuerung des "Media"-Abkommens bewilligt.

Durch "Media" erhalten die Schweizer Filmschaffenden die gleiche Unterstützung wie ihre EU-Kollegen. So fördert das Programm die Produktion und Verteilung von Schweizer Filmen. Ausserdem profitierten die Schweizer Filmemacher vom Netzwerk der europäischen Filmindustrie, sagte Abbott.

Filme in Locarno
Die Schweiz bezahlte für die Teilnahmen am Programm zwischen 2007 und 2013 jährlich rund 7,3 Mio. Franken. Dafür konnten gemäss dem Bundesamt für Kultur (BAK) in dieser Zeit rund 250 Personen an "Media"-Weiterbildungsprogrammen teilnehmen. 114 Filmprojekte konnten entwickelt werden, von denen 44 Prozent am Fernsehen oder im Kino gezeigt wurden.

Unter anderem schafften es die beiden von "Media" geförderten Schweizer Ko-Produktionen - "Mary, Queen of Scots" von Thomas Imbach und "Les Grandes Ondes à l'ouest" von Lionel Baier - aufs Programm des letzten Locarno Film Festival.

"Creative Europe" in der Warteschlange
"Media" ist Teil des Programms "Creative Europe", mit dem der Kontinent für den Zeitraum von 2014 bis 2020 den kulturellen Austausch regeln möchte. Neben "Media" kämpft die Schweizer Kulturpolitik auch für die Teilnahme am Unterprogramm "Kultur", das Literatur- und Kunstpreise, aber auch das Label der europäischen Kulturhauptstädte umfasst.

Die Verhandlungen zu "Creative Europe" haben nach Angaben von Abbott noch nicht begonnen. Nach der Annahme der Zuwanderungsinitiative hat die EU bereits die Verhandlungen über das Forschungsabkommen "Horizon 2020" und das Studentenaustauschprogramm "Erasmus+" auf Eis gelegt. (sda)


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