06.05.2021

25 Jahre Lifestyle

«Ich bin vor jeder Sendung etwas nervös»

Seit dem 3. Mai 1996 moderiert Patricia Boser die Regional-TV-Sendung «Lifestyle». Am Freitag schlüpft die 53-jährige Zürcherin in die Rolle der Gastgeberin und öffnet ihre eigenen Türen. Ein Gespräch über High Heels im Kühlschrank und eine ausgeschaltete Kamera während des Drehs.
25 Jahre Lifestyle: «Ich bin vor jeder Sendung etwas nervös»
«Schon fast mein halbes Leben moderiere ich ‹Lifestyle›, das ist wirklich unglaublich und auch nicht selbstverständlich», so Moderatorin Patricia Boser. (Bild: Diana Kottmann)
von Christian Beck

Frau Boser, haben Sie Ihren Kühlschrank schon aufgefüllt?
Selbstverständlich. Meine beiden Kühlschränke sind frisch gefüllt. Ich war am Bürkliplatz-Markt, wo ich mich regelmässig mit Gemüse und Früchten eindecke. Ebenfalls füllte ich meinen Rosé-Vorrat auf – für diesen habe ich übrigens die Trauben selbst gepflückt.

Was darf in Ihrem Kühlschrank nie fehlen?
Proteinjoghurt und vorgekochte Pasta für meinen sportbegeisterten 17-jährigen Sohn, Gemüse, Oliven, Cornichons, Hütten- und Fetakäse, Burrata, etwas für den Grill, Rosé, Champagner sowie ein Bier. So bin ich immer ready für spontanen Gästebesuch.

Am Freitag, den 7. Mai werden sich die Zuschauenden davon überzeugen können (persoenlich.com berichtete). Es ist nicht das erste Mal, dass Sie selbst Ihr eigenes Zuhause zeigen. Was ist diesmal anders?
Es ist ein neues Zuhause. Nachdem ich auf Instagram über meinen Umzug berichtete, wurde ich immer wieder von meiner Community auf mein neues Wohndomizil angesprochen. Und nun öffne ich erstmalig für die Öffentlichkeit die Haustür meiner neuen Wohnung.

«Besonders auffällig waren High Heels im Kühlschrank»

Sie haben schon unzählige Kühlschränke von Schweizer Prominenten geöffnet. Wo trafen Sie den speziellsten Inhalt an?
Ich bin in den vergangenen Jahren immer wieder auf kuriose Kühlschrankinhalte gestossen. Besonders auffällig waren aber High Heels, Stofftiere oder T-Shirts im Tiefkühler – für warme Nächte als Kühlmöglichkeit.

Sie führten schon durch 1248 «Lifestyle»-Sendungen. Hätten Sie dies damals beim Start 1996 je zu träumen gewagt?
Schon fast mein halbes Leben moderiere ich «Lifestyle», das ist wirklich unglaublich und auch nicht selbstverständlich. Gerade in der schnelllebigen Medienbranche ist ein 25-jähriges Sendungsbestehen einmalig. Mittlerweile sehen mir drei Generationen jeden Freitagabend am TV zu, davon hätte ich damals nicht zu träumen gewagt.

knielifestyle


Läuft man nach 25 Jahren nicht Gefahr, in eine Routine zu verfallen und die Sendungen einfach schnell «in den Kasten» zu bringen?
Jede Sendung und insbesondere jeder Gast sind anders und einzigartig. Solange ich mit so viel Passion vor der Kamera stehe, laufe ich keine Gefahr, in Routine zu verfallen.

Wie lautet die Zauberformel von «Lifestyle»? Weshalb ist die Sendung nach 25 Jahren nach wie vor so beliebt bei den Zuschauerinnen und Zuschauern?
Zum einen ist es eine Prise Voyeurismus, der in fast allen Menschen schlummert, und zum anderen hat sich die Sendung über die Jahre zum fixen Bestandteil des Freitagabends von zahlreichen Schweizerinnen und Schweizern manifestiert.

«Unser Publikum ist sehr heterogen»

Ich nehme an, Sie haben vor allem weibliches Publikum …
Unser Publikum ist sehr heterogen. Viele Männer verfolgen die Sendung insbesondere aufgrund ihrer Partnerinnen mit, aber auch hetero- und gleichgeschlechtliche Paare sind eifrige Zuschauerinnen und Zuschauer von «Lifestyle». Auf meinem Instagram-Kanal überwiegt hingegen leicht der weibliche Anteil.

Machen wir einen Blick hinter die Kulissen. Wer bestimmt eigentlich, wer der nächste Gast einer Sendung wird?
Vorschläge kommen aus dem ganzen Team, und final entscheiden dann die Redaktionsleitung und ich gemeinsam über die Sendungsgäste.

Und wie bereiten Sie sich dann auf den Dreh vor?
Nebst Recherchearbeit und Texten zählen Vorgespräche mit den Gästen zu den wesentlichen Drehvorbereitungen. Ziel dieser Gespräche ist es, den Gast besser einzuschätzen und zu spüren, wie ich den Talk gestalten kann, damit sich der Gast wohlfühlt und das Resultat für ihn stimmig ist. Es braucht in der Sendung aber auch Platz für Spontaneität, die nicht vorbereitet werden kann.

Und vor Ort bei der Produktion läuft immer alles wie am Schnürchen?
Meist läuft alles gut. Pannen gab es aber auch schon. So drehten wir bei der Sendung von Stefan Gubser auf einem Boot auf dem Zürichsee und merkten erst nach dem Dreh, dass die Kamera ausgeschaltet war. Mit viel Charme konnten wir ihn aber für den erneuten Dreh begeistern und hatten schlussendlich eine schöne Sendung im Kasten.

«Man ist vorne nur so gut wie die Crew im Hintergrund»

Wie wichtig ist für Sie Ihr Team während der Drehs?
Ohne Licht, Ton oder die Produzentin läuft nichts und kann eine Sendung nicht stattfinden. Das Team ist also essenziell für das Gelingen einer guten Sendung, und ich schätze meine Teamgspänli alle enorm fest. Man ist vorne nur so gut wie die Crew im Hintergrund.

Nicht immer einfach waren die Drehs während der Coronakrise. Zeitweise mussten Sie die Sendung ins Studio verlegen. Wie herausfordernd ist die Produktion nun vor Ort?
Auch wenn seit Kurzem Lockerungen verordnet wurden, haben die Vorsichtsmassnahmen bei Drehs nach wie vor oberste Priorität. Die Herausforderungen sind aber nicht mehr so hoch wie damals, als beispielsweise die Fünf-Personen-Regel noch galt. Zu dieser Zeit waren Drehs enorm anspruchsvoll, da das Team vor Ort sehr dezidiert aufgestellt war. Dank des grossartigen Teams haben wir bisher aber jegliche Pandemie-Situationen super gemeistert.

Gibt es eigentlich Gäste, die Sie heute noch nervös machen?
Unabhängig vom Gast bin ich vor jeder Sendung etwas nervös. Nach wie vor verspüre ich auch Nervenkitzel, das gehört für mich dazu.

Roger Federer steht schon lange auf Ihrer Wunschliste. Wurmt es Sie, dass Sie von ihm immer nur Absagen erhalten?
Ich habe einige Wunschgäste. Bei vielen von ihnen finde ich aber früher oder später einen Zugang.

«Lifestyle» hat sich vor allem in den letzten Jahren verändert. Einzelne Gefässe innerhalb der Sendung fielen dem Spardruck zum Opfer. Gab es nie Reklamationen?
«Lifestyle» ist nach wie vor sehr beliebt und kommt bei den Zuschauenden gut an. Reklamationen zu Weiterentwicklungen der Sendung blieben bisher aus. Zahlreiche Rückmeldungen von unserem Publikum beziehen sich aber auf Inputs für künftige Gäste.

«Ich mache die Sendung, solange es mir Spass macht»

25 Jahre «Lifestyle»: Haben Sie in keiner Sekunde ans Aufhören gedacht?
Im Gegenteil. Ich mache die Sendung, solange es mir Spass macht, und das ist nach wie vor zu 100 Prozent der Fall. Solange die Einschaltquoten stimmen – und das tun sie –, die Sponsoren glücklich sind und ich mit so viel Leidenschaft dabei bin, sehe ich keinen Grund dazu.

Sie haben ein Faible für Innendekoration. Wann wird dies Ihr neues Standbein?
Immer wieder stehe ich mit Einrichtungstipps meinen Freundinnen zur Seite. Bisher war es allerdings kein Thema, das Einrichten auf einer professionellen Ebene zu betreiben. Wenn mich aber jemand anfragt, sein Haus einzurichten, und ein gutes Angebot macht, würde ich es mir aber vielleicht nochmals überlegen (lacht).

Sie sagen am Freitagabend gegenüber Gastmoderator Marco Fritsche, was es für Neuigkeiten aus Ihrem Privatleben gibt. Verraten Sie es mir? Wir sind unter uns.
So gern ich das möchte, weiss ich leider nicht, was mich Marco fragt. Auf jeden Fall sieht der Zuschauende mehr als nur meine zwei Kühlschränke.



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