13.11.2019

Pea Weber

«Jeden Freitag fühle ich mich wie dreissig»

Die älteste Radio-Partysendung der Schweiz wird 20 Jahre alt. Das Jubiläum von «Pea Weber’s Friday Night» wird am Freitag im Kaufleuten Zürich gefeiert – mit Lisa Stansfield auf der Bühne und Pea Weber an den Plattentellern. Ein Gespräch über den Wandel der Musik und der Fans.
Pea Weber: «Jeden Freitag fühle ich mich wie dreissig»
«Mein Publikum ist zusammen mit mir gewachsen und älter geworden», sagt der 50-jährige Pea Weber. (Bilder: zVg.)
von Christian Beck

Herr Weber, 20 Jahre «Pea Weber’s Friday Night». Wie alt fühlen Sie sich?
Ganz ehrlich, ob sie es mir glauben oder nicht, immer noch wie dreissig. Auf jeden Fall immer am Freitagabend ab 18 Uhr, wenn meine Show beginnt, fühle ich mich wieder so jung. Ich habe erstaunlicherweise auch nach so vielen Jahren immer noch dieselbe Freude an dieser Sendung wie vor 20 Jahren. Und das hält mich jung (lacht).

Am Freitag, 15. November, wird im Kaufleuten Zürich das Jubiläum gefeiert. Was können die Besucher erwarten?
Eigentlich das, was die «Friday Night»-Events – welche immer noch zweimal pro Jahr stattfinden – immer bieten: stimmungs- und niveauvolle Hitmusik aus den letzten 40 Jahren. Und das für junggebliebene Erwachsene, welche immer noch gerne ausgelassen feiern. Zum Auftakt wird «The British Queen of White Soul», Lisa Stansfield, ein exklusives Konzert geben. Dieses ist seit Wochen restlos ausverkauft. Für die fliessend aus dem Konzert folgende Party gibt es noch ein paar wenige Tickets. Und obendrauf eine grosse Jubiläumstorte und noch mehr Konfetti (lacht).

«Ich bin froh, dass ich die 70er- und 80er-Jahre miterleben durfte»

Wie hat sich die Musik in den letzten 20 Jahren weiterentwickelt?
Aus meiner Sicht nicht nur im positiven Sinne. Ich bin froh, dass ich die 70er- und 80er-Jahre miterleben durfte – aus musikalischer Sicht für mich immer noch zwei der grossartigsten und spannendsten Jahrzehnte. Darum ist es kein Zufall, dass ich bis heute den Hauptteil meiner Sendung und meiner Sets diesen Dekaden widme.

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Und das Publikum? Ist es heute schwerer oder leichter, dieses zu unterhalten?
Einfacher ist es sicher nicht geworden. Mein Publikum ist ja zusammen mit mir gewachsen und älter geworden. Trotz fortgeschrittenem Alter feiern sie zum Glück immer noch gleich ausgelassen. Das einzige, was sich sicher verändert hat, ist die Tatsache, dass sie heute nach 2 Uhr morgens schwerer auf der Tanzfläche zu halten sind. Da merkt man schon, dass wir nicht mehr dreissig sind (lacht).

Welches Erlebnis aus 20 Jahren Host von «Friday Night» ist in besonderer Erinnerung geblieben?
Ganz ehrlich, da gibt es so viele, dass ich nicht ein Ereignis herausheben kann. Ich bin einfach unglaublich stolz auf die Palette an Gästen, die ich in meiner Radioshow begrüssen durfte. Dies reicht von Star-DJs wie Carl Cox, Tiesto, Frankie Knuckles, David Guetta oder Bob Sinclair bis zu Musikstars wie Janet Jackson, Lionel Richie, Chaka Khan und George Benson. Mir war es aber auch immer enorm wichtig, den Schweizer DJs und Produzenten eine Plattform zu geben. So waren auch hier die Grossen, von DJ Antoine über Jamie Lewis bis EDX, regelmässig bei mir in der Show. Aber auch unzählige Nachwuchs-DJs und Partyveranstalter.

«Ich habe den Wechsel auf jeden Fall keine Minute bereut»

2011 wechselten Sie dann als Moderator von Radio 24 zu Radio 1 von Roger Schawinski (persoenlich.com berichtete). Was reizte Sie?
Ich habe die Show ja 1999 bei Radio 24 auf Anfrage des damaligen Programmleiters Peter Brun ins Leben gerufen. Damals war Roger noch im Besitz von Radio 24. Der Wechsel nach elf Jahren zu seinem neu gegründeten Radio 1 war also so etwas wie eine «Heimkehr» für mich. Hauptgrund für meinen Wechsel war aber ganz klar, dass ich spürte, dass nicht nur ich, sondern auch mein Publikum mit mir älter wurde. Und so war der Wechsel zu Radio 1 nichts als konsequent und ich fand beim Radio für Erwachsene wieder mein Zielpublikum. Ich habe den Wechsel auf jeden Fall keine Minute bereut. Und heute kann ich sagen, dass ich in diesen 20 Jahren tatsächlich über 1000 «Friday Night»-Shows hosten durfte. Das ist schon eine Zahl, auf die man ein bisschen stolz sein darf.

Die Sendung nahmen Sie kurzerhand mit und tauften Sie um. Aus rechtlichen Gründen?
Die leichte Anpassung des Namens von «Friday Nite» auf «Pea Weber’s Friday Night» hatte vor allem ein Ziel – den Fans klar zu machen, welche der beiden Shows die ist, welche ich – der Gründer – moderiere und an welchen Partys ich der DJ bin. Tatsächlich gab es durch die zwei Sendungen mit gleichem Namen lange Zeit eine grosse Konfusion. Darüber war ich lange nicht wirklich glücklich. Aber das hat sich ja in der Zwischenzeit geklärt.

Sie sagen es: Auf Radio 24 gab es «Friday Nite» nach ihrem Abgang weiter, wurde aber mittlerweile als Radioshow eingestellt. Welches ist nun das Original?
Ich hatte grundsätzlich schon immer das empfinden, dass meine «Friday Night»-Show das Original ist. Während meinen elf Jahren bei Radio 24 war mein Anteil am Erfolg der Sendung und den Partys sicher mehr als mitentscheidend. Aber natürlich geht das nur Hand in Hand mit einem starken Radiosender. Dafür bin ich bis heute sowohl Radio 24 wie auch Radio 1 mehr als dankbar. Aber eigentlich war es für mich nie entscheidend, welches das Original ist. Ich bin einfach glücklich, dass mich auch nach 20 Jahren immer noch so viele treue Hörer Freitag für Freitag verfolgen.

«Ich habe grosse Lust darauf»

Wird es auch einmal heissen: «30 Jahre Friday Night» mit Pea Weber?
Ich hoffe doch und habe grosse Lust darauf. Solange mich Roger Schawinski die Show weiter machen lässt, werde ich sie weiter machen. Also liebe Freunde und Bekannte, es sieht ganz danach aus, dass ich auch noch viele weitere Jahre «der Mann bin, der freitags nie kann».

Sie sind nicht nur Radio-DJ, sondern auch TV-Produzent. Welcher Job ist spannender?
Das hält sich in etwa die Waage. Ich habe das grosse Glück, dass ich meine zwei grossen Leidenschaften miteinander verbinden kann. Da aber meine Radiotätigkeit «nur» den Freitagabend bei Radio 1 ausmacht, ist in der Zwischenzeit die Leidenschaft für das Medium TV vielleicht doch noch grösser. Spätestens seit ich aktuell für TV24 «Sing meinen Song – das Schweizer Tauschkonzert» produzieren darf und es dadurch auch hier um Musik geht, kann ich mir nichts besseres mehr wünschen. Denn Musik ist mein Leben.



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Kommentare

  • Gary Knecht, 13.11.2019 17:59 Uhr
    Hey Pea, einfach weiter so, wir geniessen deinen Sound immer wieder sehr gerne! ;-)

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