08.08.2026

Ringier

Maron und Schwarzer erhalten Europapreis

Die Schriftstellerin Monika Maron und die Emma-Gründerin Alice Schwarzer sind in Ascona für ihren Beitrag zur politischen Kultur ausgezeichnet worden – die Ehrung ist mit 50'000 Euro dotiert.
Ringier: Maron und Schwarzer erhalten Europapreis
Von links: Laudator Dieter Nuhr, Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Preisträgerin Alice Schwarzer, Bundesrätin Karin Keller-Sutter, Gastgeber Frank A. Meyer, Locarno-Präsidentin Maja Hoffmann, Preisträgerin Monika Maron, Generalmajor Frank Gräfe und Gastgeberin Lilith Frey. (Bild: zVg/Ringier)

Die Hans-Ringier-Stiftung hat den «Europapreis für politische Kultur» am Samstag in Ascona zum 20. Mal vergeben. Ausgezeichnet werden seit 2007 Persönlichkeiten, die sich um die politische Kultur Europas verdient gemacht haben.

«Die beiden grossen Frauenpersönlichkeiten Monika Maron und Alice Schwarzer haben die deutsche politische Kultur geprägt», erklärt Stiftungspräsident Frank A. Meyer in der Mitteilung. Maron sei «unbeugsam sowohl gegenüber rechten wie linken Anmassungen», Schwarzer «die Revolutionärin der deutschen Frauenfreiheit». Die Laudatio hielt der Kabarettist Dieter Nuhr. Die beiden Ausgezeichneten seien «ihr Leben lang immer unbeirrt ihren Weg gegangen», heisst es in seiner Würdigung.

Beide gehören in Deutschland zu den polarisierenden Stimmen des publizistischen Betriebs. Der S. Fischer Verlag beendete 2020 die Zusammenarbeit mit Maron, die seither bei Hoffmann und Campe erscheint. Schwarzer, die 1977 die feministische Zeitschrift Emma gründete, wandte sich 2022 in einem offenen Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz gegen die Lieferung weiterer schwerer Waffen an die Ukraine und veröffentlichte 2023 gemeinsam mit Sahra Wagenknecht das «Manifest für Frieden». Laudator Dieter Nuhr hatte den offenen Brief von 2022 mitunterzeichnet, das «Manifest» ein Jahr später jedoch nicht mehr. Die Mitteilung der Stiftung geht auf diese Kontroversen nicht ein.

Gemäss der Liste der bisherigen Ausgezeichneten teilen sich erst zum zweiten Mal zwei Personen den Preis – nach dem Ehepaar Anne Applebaum und Radosław Sikorski 2024 – und erstmals zwei Frauen. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg (persoenlich.com berichtete). Zu den früheren Preisträgern zählen Jean-Claude Juncker, Jürgen Habermas, Mario Draghi, Frank-Walter Steinmeier und Alexei Nawalny.

Die Verleihung fand im Rahmen des «Dîner Républicain» statt, zu dem Ringier-Publizist Frank A. Meyer alljährlich während des Filmfestivals Locarno ins Hotel «Castello del Sole» in Ascona lädt. Unter den Gästen war auch Bundesrätin Karin Keller-Sutter. (pd/nil)


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KOMMENTARE

Othmar Humm
09.08.2026 10:57 Uhr
Alle Drei, Schwarzer, Maron und Nuhr, sind ganz sicher am rechten Rand ganz weit aussen des politischen Spektrums.
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