28.01.2014

Deutschland

Nachsilbe "-gate" ist Anglizismus des Jahres

"Fake-" und "Whistleblower" belegen die weiteren Plätze.

Die Nachsilbe "-gate" ist in Deutschland der Anglizismus des Jahres 2013. "Sie hat sich im vergangenen Jahr noch einmal besonders ausgebreitet", begründete der Berliner Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch die Auswahl.

Der Professor für englische Sprachwissenschaft an der Freien Universität Berlin ist Initiator der Aktion "Anglizismus des Jahres". Die vierköpfige, unabhängige Jury unter seinem Vorsitz besteht aus Sprachwissenschaftlern. Die Aktion soll auf die positiven Einflüsse von Anglizismen hinweisen.

"Watergate-Skandal" als Ursprung 
Seit dem "Watergate-Skandal" in den USA wird die Nachsilbe in Berichten über Affären auch in Deutschland genutzt. Die Vorsilbe "Fake-" (Fälschung) und "Whistleblower" (Enthüller) belegten die weiteren Plätze. Die Wörter "Selfie" für selbstgemachte Porträtfotos und "Hashtag", ein Rautezeichen zum Verschlagworten von Begriffen im Internet, kamen auf Rang vier und fünf.

Silben wie "-gate" oder "Fake" stünden auch für eine neue Phase in der Entlehnungsgeschichte zwischen dem Deutschen und dem Englischen, sagte Stefanowitsch. "Es werden nicht mehr nur einzelne Wörter, sondern Teile des Sprachsystems entlehnt, produktiv weiterverwendet und mit deutschen Begriffen kombiniert."

2013 gab es in Deutschland mehr als ein Dutzend "Gates". Dazu zählte das "Handy-Gate" um das abgehörte Mobiltelefon der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Zu einem "Mops-Gate" wurde die Geschichte um einen steinernen Hund, der spurlos von einem Denkmal für Loriot in Stuttgart verschwand. In den USA 1972 endete die Watergate-Affäre um um den Missbrauch mehrerer Regierungsvollmachten mit dem Rücktritt des damaligen Präsidenten Nixon. (sda)


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