Es gibt Promianlässe und Promianlässe. «Allianz Cinema» - früher «Orange» oder «Salt Cinema» - gehört zu den ersteren. Es gibt wohl keine Zürcherische Premiere, bei der sich mehr Promis pro Quadratzentimeter tummeln als bei der traditionellen «Glanz-und-Gloria»-Party, der eigentlichen Eröffnung der Zürcher Openairkinosaison am Zürichhorn.

Getreu der Devise: viel Glanz und noch mehr Gloria. Dem stimmt indirekt auch Hildegard Schwaninger, Zürichs profilitierste Gesellschafskolumnistin, zu, die trotz eines Englandfluges am frühen Freitagmorgen tapfer durchhält. Am Eingang des Partyzeltes hat sich Ringier-Kommunikationschef Edi Estermann positioniert, in einem Anstandsabstand zu Goldbach-Boss und Admeira-Gegner Michi Frank.
Oscar-Preisträger Xavier Koller unterhält sich angeregt mit Filmlegende Rolf Lissy («Schweizermacher»), während Promitipp-Initant Eugen Baumgartner wetter.com-Erfinder und Internetpionier Manfred Klemann mit dem Berner Popstar Enzo Anaconda verwechselt, bis es dieser selbst glaubt und dessen grössten Hit «Walliselle» vor sich her summt. Doch Wallisellen ist weit entfernt, fast so weit wie die Abendsonne, die sich während der ganzen Party nicht einmal blicken lässt.

Da nützt nicht einmal das sonnige Gemüt von Popstar Marc Sway oder demjenigen der frisch verheirateten Schauspielerin Sabina Schneebeli etwas. Selbst die magistrale Kraft von Regierungsrat und Fussballfan Mario Fehr, der während der Euro in Frankreich weilte, kann meteomässig etwas bewirken. Im Gegenteil: je länger der Abend, desto trüber wird es. Wettermässig jedenfalls.

Der Stimmung hingegen tut es keinen Abbruch - und als richtiger Promi kennt man weder Kälte noch Schmerz. Zu verdanken ist dies neben dem hervorragenden Champagner und den ausgezeichneten Luxemburgerlis, die von attraktiven «Sprüngli»-Damen serviert werden, vor allem dem Cineasten Peter Hürlimann, der das Open-Air-Kino 1989 ins Leben rief und aus der geniale Idee ein global tätiges Unternehmen machte. Dauergast Helmi Sigg zeigt sich auch bei der 27. Austragung begeistert.

Gleichzeitig schwärmt er von seiner Begegnung mit Salvador Dali an dessen Wohnort Cadaques, die mit einem starken Händedruck des Malgenies endete. Seither träumt Sigg von brennenden Giraffen und zerfliessenden Uhren. Doch dies ist auch schon einige Tage her. Während die Promis sich und die Erfindung des Films immer noch im «Glanz-und-Gloria»-Zelt feiern, hat sich Tamedia-CEO Christoph Tonini bereits mit weisser Regenjacke und Sohn Siro in der ersten Sitzreihe positioniert. Zielorientiert, wie es dem Credo seines Arbeitgebers entspricht.
In Erwartung einer irischen Komödie, deren Name - «Sing Street» - niemandem so richtig etwas sagt. Aber das ist auch nicht so wichtig. Hauptsache, man ist nächstes Jahr wieder eingeladen.






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