Die Filmwirtschaft Hollywoods muss in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Haushaltsgürtel zunehmend enger schnallen. Nachdem die grossen Produktionsfirmen bereits im Rahmen der diesjährigen Oscar-Verleihung aus Kostenersparnisgründen ihren Marketing- und PR-Aufwand deutlich reduziert hatten, fallen nun auch die Gagen von Schauspielern der Rezession zum Opfer. So sollen sich Superstars wie Eddie Murphy, Harrison Ford, Jim Carrey, Julia Roberts oder Denzel Washington bei künftigen Engagements auch mit einem niedriger ausfallenden Honorar zufrieden geben.
Dieses soll dann nicht wie bisher bereits zu Beginn des Produktionsprozesses vertraglich festgelegt werden, sondern erst nachdem die Studios eine gründliche Abrechnung der Kosten und der Einnahmen an den Kinokassen durchgeführt haben. "Die Tage, in denen die Schauspieler bezahlt bekommen haben, was immer sie wollen, sind vorbei. Das gilt auch für die Superstars", stellt Eric Gold, Hollywood-Produzent und Manager berühmter Leinwandgrössen wie Jim Carrey, gegenüber dem "Wall Street Journal" fest. Dabei nütze es auch nichts, das derzeit angesagteste Schauspieltalent am Markt zu sein. "Wenn das wirtschaftliche Umfeld es nicht zulässt, bedeutet das gar nichts", betont Gold. Die Studios hätten derzeit gar keine andere Wahl als die Gehälter der Stars zu kürzen, sie seien zum Sparen verdonnert.
Laut Bericht haben die grösstn Schauspielstars Hollywoods in der Vergangenheit nicht selten Gagen jenseits der 20-Mio.-Dollar-Marke kassiert. Oft seien die Darsteller auch über einen im Vorfeld vertraglich festgelegten Prozentsatz fest an jedem Dollar Umsatz, den eine Filmproduktion generiert, beteiligt gewesen. Dies habe sich mittlerweile aber grundlegend geändert. "Seit ungefähr sechs Monaten bemühen sich die Studios auf einer einheitlichen Linie darum, die grosszügigen Gagenmodelle der Stars zurück zu schrauben. Sie werden sicher nicht einfach damit weitermachen, einerseits Unsummen von Geld zu verlieren und andererseits Millionen an die Schauspieler auszubezahlen", zitiert die "New York Times" einen Hollywood-Agenten. (pte)


