08.01.2014

GDI

Urs Widmer ist der inspirierendste Schweizer

Auch Peter von Matt und Christoph Mörgeli vorne im Ranking der grossen Vordenker.
GDI: Urs Widmer ist der inspirierendste Schweizer

Welche Schweizer beeinflussen uns? Wer bestimmt, worüber wir heute und morgen diskutieren? Das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) hat ein Ranking der wichtigsten Vordenkerinnen und Ideengeber der Schweiz erstellt. Das Fazit der Verantwortlichen: Künstler und Politikerinnen sind einflussreicher als Manager und Ökonomen. Auf den ersten zehn Plätzen landen vier Männer aus dem Kulturbetrieb, drei Politiker und nur zwei Wirtschaftsführer.

Die beiden Schriftsteller Urs Widmer und Peter von Matt schafften es an die Spitze des Rankings, SVP-Politiker und entlassener Leiter des Medizinhistorischen Museums Christoph Mörgeli liegt auf Platz drei. Und wo bleiben die Medienmacher? Welches sind die inspirierendsten Persönlichkeiten der Branche? SRF-Talkmaster Roger Schawinski findet man auf Platz 12, "Weltwoche"-Chefredaktor Roger Köppel folgt auf dem 25. Platz und SRG-Direktor Roger de Weck schaffte es auf Platz 30.

Ex-NZZ Wirtschaftsredaktor Gerhard Schwarz erscheint auf Platz 14 und Publizistikprofessor Otfried Jarren liegt auf Platz 27, noch vor Verleger Michael Ringier, der es mit dem 46. Platz ebenfalls unter die 50 inspirierendsten Schweizer geschafft hat.

Hier die vollständige Liste:

01. Urs Widmer
02. Peter von Matt
03. Christoph Mörgeli
04. Axel Weber
05. Adolf Muschg
06. Philipp Hildebrand
07. Johann Schneider-Amann
08. Hans Küng
09. Felix Gutzwiller
10. Thomas Hirschhorn

11. Hans-Christoph Binswanger
12. Roger Schawinski
13. Eveline Widmer-Schlumpf
14. Gerhard Schwarz
15. Magdalena Martullo Blocher
16. Corina Caduff
17. Martin Suter
18. Simonetta Sommaruga
19. Thomas Straubhaar
20. Tilla Theus

21. Ueli Maurer
22. Doris Leuthard
23. Elisabeth Bronfen
24. Bertrand Piccard
25. Roger Köppel
26. Barbara Frey
27. Otfried Jarren
28. Thomas Hürlimann
29. Alain Griffel
30. Roger de Weck

31. Daniel Vasella
32. Thomas Minder
33. Didier Burkhalter
34. Angelus Eisinger
35. Ernesto Bertarelli
36. Josef Ackermann
37. Sepp Blatter
38. Hanspeter Thür
39. Rolf Dobelli

40. Wiktor Wekselberg
41. Thierry Carrel
42. Philipp Keel
43. Mathis Wackernagel
44. Lukas Bärfuss
45. Michael Lauber
46. Michael Ringier
47. Peter Stamm
48. Daniel Borel
49. Hannes Binder
50. Ivan Glasenberg

Laut einer Mitteilung des GDI legt diese Liste folgende Schlüsse nahe:

- Trotz Ökonomisierung der Welt: Der Markt der Ideen wird in der Schweiz von Kultur und Politik beherrscht.

- Einfluss hat, wer gut schreiben und Geschichten erzählen kann. Wer das selber nicht beherrscht, dem hilft eine gute PR-Maschinerie.

- Die neuen Medien favorisieren die Eloquenten und Intelligenten. Das widerspricht der These, im Netz setzten sich nur Dummheiten durch.

- Big Data braucht Big Stories. Ausgerechnet naturwissenschaftliche Messmethoden zeigen, dass Geisteswissenschaftler einflussreicher sind als ihre empirisch arbeitenden KollegInnen.

Die Rangliste hat das GDI in Zusammenarbeit mit Peter Gloor vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) erstellt. Der Einfluss einer Person und ihrer Gedanken wurde in zwei unterschiedlichen Online-Welten gemessen: in der Blogosphäre und in der Wikisphäre. 183 Männer und Frauen aus Universität/Forschung, Wirtschaft, Politik, Medien und Kultur seien für die Longlist ausgewählt, schreibt das GDI.

Mit derselben Methode wurden im Dezember 2013 bereits die globalen Thought-Leader eruiert. Das Internet wird dabei als der wichtigste Marktplatz für neue Ideen betrachtet. (pd/eh)

Bild: Keystone, Ayse Yavas 


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