Der US-Musikverlag Warner Music Group http://www.wmg.com hat die Hoffnung auf die schon seit Jahren angestrebte Fusion mit der britischen EMI Group PLC noch nicht aufgegeben. Obwohl EMI das Angebot durch das Finanzinvestorunternehmen Terra Firma Capital Partners begrüsst, ist Warner noch nicht aus dem Spiel. Statt Terra Firmas Angebot zu überbieten, was sehr wahrscheinlich die Monopolbedenken der EU hervorrufen würde, könnte Warner einen Deal mit den Finanzinvestoren vereinbaren und EMIs Plattenlabel Capitol Records und Parlophone kaufen, berichtet das Wall Street Journal. Aber auch in diesem Fall wären die Bedenken der europäischen Kartellwächter nicht gänzlich ausgeräumt.
Aus Warner Musics Umfeld ist zu vernehmen, dass Terra Firma bereit ist, EMIs Plattenlabel an Warner zu veräussern. Allerdings besteht immer noch die Möglichkeit, dass sich ein anderer Finanzinvestor EMI schnappt oder dass es sich Terra Firma anders überlegt. "An Terra Firmas Stelle hätte ich es nicht eilig an Warner zu verkaufen", äussert sich Richard Greenfield, Analyst für Pali Research, zu den Spekulationen. Eine dritte Option für Warner wäre noch, ganz auf EMI zu verzichten.
Allerdings hätte ein Deal zwischen Warner Music und EMI den Segen des Verbands unabhängiger Plattenverlage IMPALA. "Wir haben im Februar mit Warner eine umfassende Vereinbarung getroffen, in welcher der Plattenriese weitreichende Zugeständnisse macht, um regulatorische Bedenken auszuräumen", sagt IMPALA-Sprecherin Helen Smith gegenüber pressetext. Die Vereinbarung zwischen unabhängigen Plattenverlagen und einem Major ist die erste ihrer Art und IMPALA geht davon aus, dass weitere folgen werden.
Beide Musikverlage sind bereits sehr lange erpicht darauf, ihre Musiksparten zusammenzulegen. Durch eine Fusion könnten EMI und Warner, die beide unter stark sinkenden CD-Verkaufszahlen leiden, Kosten in der Höhe von 200 bis 300 Mio. Dollar einsparen. Gleichzeitg wächst der Markt mit Musikdownloads schwächer als erwartet. Das jahrelange Tauziehen zwischen den beiden Musikverlagen scheiterte jedoch immer an den Preisverhandlungen und den Diskussionen, wer das Sagen im fusionierten Unternehmen haben würde.

