03.12.2025

Ringier Medien Schweiz

Wenn WC-Papier zur Chefsache wird

Sprudelwasser literweise abfüllen, Kaffeebohnen mitnehmen, Klopapier bunkern: Ladina Heimgartner, CEO von Ringier Medien Schweiz, musste intern Klartext reden. Kennen auch andere Medienhäuser das Phänomen?
Ringier Medien Schweiz: Wenn WC-Papier zur Chefsache wird
Klopapier ist für den Gebrauch im Büro gedacht, nicht für das Homeoffice – daran musste Ladina Heimgartner, CEO von Ringier Medien Schweiz erinnern. (Symbolbild: Pixabay)

Diese Geschichte hätte in jedem grösseren Betrieb der Schweiz passieren können. Zugetragen hat sie sich in diesem Fall bei Ringier Medien Schweiz. «Ja, Mineralwasser mit Gas kommt im Medienpark aus dem Hahn. Aber die Patronen, die das Gas produzieren, kosten Geld», schrieb CEO Ladina Heimgartner in einem internen Newsletter. «Daher ist es nicht die Idee, dass man Wasserflaschen für zu Hause literweise mit Sprudelwasser abfüllt.» Dasselbe gelte für Kaffeebohnen, Hafermilch, Milchpacks sowie Drucker- und WC-Papier. Ein Screenshot des Schreibens machte die Schweiz am Wochenende publik.

Auf Anfrage heisst es bei Ringier Medien Schweiz: «Uns ist es ein grosses Anliegen, unseren Mitarbeitenden ein angenehmes und motivierendes Arbeitsumfeld zu bieten; auch mit Angeboten, die den Arbeitsalltag im Büro besser machen, und mit Angeboten, die über den ‹Standard› hinausgehen: Dazu zählen u.a. auch frisch gebrühter, kostenloser Kaffee, Sprudelwasser und weitere Annehmlichkeiten», so Sprecher Daniel Riedel. Dies werde geschätzt und «von den allermeisten Mitarbeitenden auch im dafür bestimmten Kontext und Umfang genutzt». Es gelte das Vertrauensprinzip. «Einige wenige Mitarbeitende haben dieses in den letzten Monaten arg strapaziert, weshalb unsere CEO im internen Newsletter an die Gebote Kollegialität und Fairness erinnert hat.» 

Wenn eine Hafermilch das Stockwerk wechselt

Wie läuft das bei anderen Medienhäusern? Bei Tamedia heisst es: «Bei uns ist das Büro kein Selbstbedienungsladen – auch wenn ab und zu ein Schokoriegel oder eine Hafermilch ‹motivationsbedingt› das Stockwerk wechselt oder sich unerlaubterweise aus dem Selbstbedienungsteil der Kantine allzu ‹selbst bedient› entfernt», so Sprecherin Franziska Lurk. Wasser, Kaffeebohnen und Papier hingegen würden bleiben, wo sie hingehören. «Wir setzen auf Vertrauen und Eigenverantwortung, füllen die Gemeinschaftsvorräte regelmässig nach und erinnern mit einem Augenzwinkern daran, dass sie für alle da sind.» Lurk bestätigt, dass es «vereinzelten Schwund» gebe. «Viel wichtiger ist uns, dass sich unsere Teams wohlfühlen und fair miteinander umgehen – und das klappt sehr gut.»

Bei der NZZ seien «unangemessene private Nutzung oder gar Diebstahl von Verbrauchsmaterial» kein Thema. Und auch SRF sind keine Fälle bekannt, «bei denen vermehrt Büromaterial abhandengekommen ist».

Und bei CH Media, die den internen Newsletter von Ringier publizierte und anmerkte, ein passender Blick-Titel wäre «Ladina und die 40 Räuber»? Man verzeichne keine Verluste, heisst es. «Wir pflegen eine Vertrauenskultur und danken unseren Kolleginnen und Kollegen für ihren verantwortungsvollen Umgang mit dem bereitgestellten Büromaterial sowie dem kostenlosen Kaffee und Tee», so Sprecher Lino Bugmann. Oder wie man passend für CH Media titeln könnte: «Wanners im Wunderland».


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