21.02.2014

Musik

Youssou N'Dour singt für Zentralafrika

In "One Africa" geht es um den brutalen Religionskonflikt.

Wieder versinkt in Afrika ein Land in Grauen und Gewalt. Muslime und Christen begehen in Zentralafrika schlimmste Massaker aneinander. Jetzt wollen afrikanische Musikstars die Welt aufschrecken und die Täter zum Frieden mahnen.

Musikalische Unternehmungen mit dem Ziel, die Weltgemeinschaft aufzurütteln, sind nicht neu. Unvergessen bleibt Bob Geldofs "Do They Know It's Christmas", das der Ire 1984 mit einer Gruppe von internationalen Superstars einspielte, um auf die Hungersnot in Äthiopien aufmerksam zu machen. Ein Jahr später kam das von Michael Jackson und Lionel Richie geschriebene "We Are The World" auf den Markt - wiederum ein Aufruf, den Dürreopfern in Afrika zu helfen.

Jetzt hat der senegalesische Musikstar Youssou N'Dour zusammen mit der zentralafrikanischen Sängerin Idylle Mamba das Lied "One Africa" aufgenommen. Neu ist, dass es dieses Mal Afrikaner selbst sind, die aufrütteln wollen. Und es geht dabei nicht um Hunger, sondern um einen brutalen Konflikt der Religionen.

Kampf zwischen Christen und Muslimen 
In der Zentralafrikanischen Republik, einem trotz reicher Diamantvorkommen bitterarmen Land, bekämpfen sich seit knapp einem Jahr Christen und Muslime. Die Brutalität, mit der beide Seiten dabei vorgehen, kennt keine Grenzen mehr. Nur wegen ihrer Religionszugehörigkeit werden Bürger niedergemetzelt, in Stücke gehackt und auf offener Strasse verbrannt. Truppen der Afrikanischen Union und aus der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich entsandte Soldaten scheinen machtlos gegen derart blutrünstigen Hass. Aber kann Musik etwas ändern?

"Youssou N'Dour setzt sich für eine bessere Zukunft Afrikas ein", teilte das Management des Grammy-Gewinners nach der Veröffentlichung des auf Französisch gesungenen Songs mit. "Deshalb hat er das Lied aufgenommen: Er will die Internationale Gemeinschaft dazu aufrufen,  den Konflikt in Zentralafrika zu beenden und dort langfristigen Frieden zu sichern."

Der Muslim N'Dour ("Seven Seconds") hat sich die Christin Idylle Mamba, die als "goldene Stimme" Zentralafrikas bekannt ist, als Partnerin für das Duett ausgesucht. "Unser Ziel ist es, dass die Menschen in Zentralafrika das Lied hören", sagte der 54-Jährige in einem Interview mit dem Sender "Banguiwood". "Die Unterschiede zwischen ethnischen Gruppen und Religionen sollten kein Hindernis sein, sondern vielmehr eine Bereicherung." (sda)


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