04.02.2020

Post-Pitch

26 Agenturen kommen in die Pools

Im umstrittenen Vergabeverfahren der Schweizerischen Post sind Entscheide gefallen. Über zwei Dutzend Agenturen gehören nun zu den bevorzugten Partnern. Geld verdient haben sie damit noch nicht.
Post-Pitch: 26 Agenturen kommen in die Pools
Wer darf in den nächsten vier Jahren für die Post werben? Die Entscheide wurden mittlerweile zugestellt. (Bild: Post)
von Christian Beck

Der Pitch der Schweizerischen Post hat schon im Vorfeld für Kritik gesorgt. «Es fordert einen unverhältnismässig hohen Aufwand an strategischer und administrativer Arbeit und ist mit einem Kriterienraster versehen, der äusserst preisgetrieben ist», schrieb Catherine Purgly, Geschäftsführerin der Leading Swiss Agencies (LSA), bereits letzten September in einem «persönlich»-Artikel.

Die Post bildete für die Ausschreibung verschiedene Lose: «klassische Werbeagenturen», «Branding Agenturen», «Digital Agenturen» und «Direct Marketing Agenturen». Die Anzahl der Agenturen pro Pool wurde im vornherein festgelegt und war in den Ausschreibungsunterlagen ersichtlich. Rund 40 LSA-Agenturen sollen mitgepitcht haben. Die Zuschläge wurden mittlerweile erteilt. Rund zwei Dutzend verschiedene Agenturen gehören nun zu den bevorzugten Partnern des «gelben Riesen». Zuschläge haben nebst Kreativagenturen auch Mediaagenturen erhalten, wie dem elektronischen Beschaffungssystem Simap zu entnehmen ist:

1) Zuschlagsempfänger Kreativ-Agenturen:

Klassische Agenturen (Los 1): KSP Krieg Schlupp Partner, Contexta, Wunderman Thompson Switzerland, Jung von Matt/Limmat, Publicis Communications Schweiz, Heimat Zürich.

Branding Agenturen (Los 2): Scholtysik & Partner, Schneiterpartner, Evoq Communications, Wirz Brand Relations, Tatin Design Enterprises, Jung von Matt/Brand Identity.

Digitale Agenturen (Los 3): Zeix, Notch Interactive, Nexum, Jung von Matt/Limmat, Unic, Port-neo Zürich.

Direct Marketing Agenturen (Los 4): Four Werbeagentur, Metzger Rottmann Bürge Partner, Agentur am Flughafen, Jung von Matt/Limmat, In Flagranti.

2) Zuschlagsempfänger Media-Agenturen:

Strategische Media-Arbeiten (Los 1): Havas Media.

Klassische Media-Arbeiten (Los 2): Havas Media.

Digitale Media-Arbeiten (Los 3): Mediaschneider, Publicis Media Switzerland, Webrepublic, Havas Media, Equipe.


«Viele LSA-Agenturen betreuten bereits vor der Ausschreibung Budgets der Post. Daher ist es nicht erstaunlich, dass viele Verbandsmitglieder in den Pools sind», sagte Purgly am Dienstag auf Anfrage von persoenlich.com. Im Pool sein heisst nun aber noch lange nicht, dass man auch etwas vom Gesamtvolumen von 20 Millionen Franken abbekommt. Wenn die Post nun beispielsweise einen Auftrag für das Los 1 ausschreibt, können sich die ausgewählten Pool-Agenturen bewerben. Und genau das störte den LSA: «Man musste Vertragsmodalitäten zustimmen, ohne das Auftragsvolumen zu kennen», so Purgly.

Keine Leadagentur

Die Post hätte auch bis anhin schon einen Pool an Agenturen mit Rahmenverträgen gehabt. «Die Erfahrung zeigt, dass die Themenvielfalt der Post und die daraus entstehenden Bedürfnisse – unter anderem auch in Bezug auf die Anzahl der Aufträge – dies erfordern», so Post-Sprecherin Denise Birchler zu persoenlich.com. Neu hingegen sei die Unterteilung in die verschiedenen Lose. «Diese Unterteilung ermöglicht es uns, für jedes spezifische Thema passende Experten zur Seite zu haben. Die Vergabe einzelner Aufträge erfolgt dann mittels Mini-Tenders (kleinen Ausschreibungen) innerhalb des jeweiligen Loses im Pool», schreibt Birchler.

Die Post habe somit keine einzelne Leadagentur – ausser bei den Losen, bei denen nur eine Agentur den Zuschlag erhalten habe. «Alle Agenturen aus dem Pool haben Zugang zu unseren markenspezifischen Vorgaben, die sie einhalten müssen. Und sie erhalten alle Informationen, die sie dafür benötigen. Es ist dann unsere Aufgabe, die Umsetzungen der Agenturen zu überprüfen, um sicherzustellen, dass unser Markenauftritt konsistent ist», so die Sprecherin weiter.

Diskurs ausgelöst

Die öffentliche Kritik des LSA an der Post hat für einen Diskurs gesorgt. «Wir haben vermehrt Anfragen von öffentlich-rechtlichen Institutionen, wie sie eine Agenturevaluation in ihrem Falle gestalten sollen», so Purgly weiter. «Das ist erfreulich und gibt uns die Möglichkeit, Hilfestellung zu leisten.»



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