Der Abstimmungskampf um die Durchsetzungsinitiative geht in die letzten Runden. BDP-Präsident und Nationalrat Martin Landolt wollte am Montag Nachmittag auf Twitter und Facebook noch einmal deutlich machen, dass er gegen die Durchsetzungsinitiative ist – mit einem Plakat, dass das Schweizerkreuz zu einem Hakenkreuz verzerrt zeigt und vor einer Zwei-Klassen-Justiz warnt, so wie sie im Dritten Reich und im Apartheidregime in Südafrika bestanden habe.
— Martin Landolt (@LandoltMartin) 15. Februar 2016
Er habe das Plakat geteilt, «weil es sehr pointiert und korrekt die möglichen Konsequenzen der Abstimmung darstellt», sagte Landolt im «Blick». Deshalb hoffe er, dass das Plakat die Runde macht. «Es ist eine provokative Warnung, die aufrütteln soll.»
Dafür muss der Glarner Nationalrat nun Kritik einstecken:
Ist Ihnen bekannt, @LandoltMartin, dass Sie gegen das das Wappenschutzgesetz von 1931 verstossen?
— Claudio Zanetti (@zac1967) 15. Februar 2016
Als #DSI-Gegner scheint man in diesem Land alles zu dürfen... https://t.co/sVpHs9sOso
— Natalie Rickli (@NatalieRickli) 15. Februar 2016
Der Kritik entgegnet Landolt ein Zitat des Machers der Plakate: «Wäre die Botschaft inhaltlich nicht faktisch belegbar, hätte ich das Plakat nicht so gemacht.» So erklärte Parvez Sheik Fareed in einem Interview mit persoenlich.com von letzter Woche das provokante Sujet.
Sheik Fareed verfolgt die Debatte, die sein Plakat nun entfacht hat gespannt: «Einkalkulieren kann man die Wirkung nicht, aber ich wollte mit dem Sujet ja Aufmerksamkeit erregen. Das ist der Sinn von Werbung.» Er hoffe nun, dass die zusätzliche Aufmerksamkeit unschlüssige Urnengänger gegen die DSI mobilisiere, alles andere sei nebensächlich, sagte er gegenüber persoenlich.com.
Geht das Hakenkreuz-Sujet zu weit? Auch Andreas Hugi von furrerhugi stiess über Social Media eine Diskussion zum Inhalt des Plakates an: Sheik Fareed habe das Dilemma in der politischen Kommunikation auf den Punkt getroffen wenn er sage, «Nicht-Gefallen» sei der Preis der klaren Kommunikation.

«Ja, richtig: Gute Kommunikation ist effektiv und pointiert. Sie reduziert die Rinderherde auf den Bouillon-Würfel. Dieser muss aber immer noch bekömmlich sein», sagt Hugi auf Anfrage von personelich.com. Was am Schluss zähle sei die Wirkung im Ziel und nicht der Lärm bei der Schussabgabe.
«Gute Abstimmungskampagnen müssen Mehrheiten mobilisieren und nicht nur aufrütteln.» Die Verzerrung des Schweizerkreuzes zu einem Hakenkreuz sei deshalb ein no-go, nicht zuletzt aus ethischer Sicht.
Bild: Keystone
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15.02.2016 19:17 Uhr


