Was bewegt die Schweiz? Am Dienstag starteten die Verleger eine grosse, mehrjährige Kampagne, die beweisen soll, dass Print-Werbung wirkt (persoenlich.com berichtete). Auf der Webseite sagesderschweiz.ch wurden am Lancierungstag bereits einige Statements veröffentlicht. Die Auswahl zeigt: Auch einige bekannte Werber nutzen die Gelegenheit, um der Schweiz ihre Botschaft mitzuteilen.
Appelle an kreative, mutige Werbung und Humor
"Werbung anzuschauen, soll Spass bringen. Werbung zu machen, soll Spass bringen. Das müssen wir verstehen und unserem Werbenachwuchs vorleben", schreibt Contexta-Geschäftsführerin Nadine Borter. Und Manfred Strobl, ab 2015 CEO der Mediaagentur Mediaschneider, meint: "Begeisterung und Mut – nicht nur Kostendenken. Werbung muss ein klares und starkes Statement sein."


Als Appell für ein Leben mit mehr Humor ist wahrscheinlich der Post von Alexander Jaggy zu verstehen. "Der Clown ist die wichtigste Mahlzeit des Tages", konstatiert der Kreativchef von Jung von Matt/Limmat.
Ausserdem fällt die Botschaft von Adolf Ogi auf, der auf dem Selfie zusammen mit seiner Frau posiert. Die Schweiz brauche "vielfältige und kompetente Medien", schreibt der Alt-Bundesrat. "Medien, die nicht einfach die anderen kopieren, sondern sich auch widersprechen."
Verleger halten sich selber lieber im Hintergrund
Neben positiven Aussagen finden sich auch kritische Stimmen. Die Kampagne sei ein "totaler Rohrkrepierer, die Nerven liegen blank... Leo Burnett", oder "’Nichts als Print kann eine solche Wirkung entfalten’. Eben gerade nicht!". Zudem wird bemängelt, dass sich die Absender der Kampagne, die Verleger, im Hintergrund halten, statt mit kreativen, prägnanten Beispielen voranzugehen, um die Kampagne in Fahrt zu bringen.

Tatsächlich hat bisher noch keines der acht Präsidiumsmitglieder einen Post gewagt. Weder Verlegerpräsident Hanspeter Lebrument noch Gilbert Bühler, Veit Dengler, Norbert Neininger, Christof Nietlispach, Markus Somm, Pietro Supino oder Marc Walder haben gepostet. Und auch Peter Wanner hält sich lieber vornehm zurück. "Es ist nicht die Idee, dass wir als Verleger die Plattform 'SagesderSchweiz' benutzen. Das wäre zwar reizvoll, wir stellen diese Plattform aber lieber allen Lesern gratis zur Verfügung", sagt er gegenüber persoenlich.com. (eh)


