Frauen verdienen 20 Prozent weniger als Männer, trotz gleicher Ausbildung und Position. Dies jedenfalls sagt die Frauenzentrale Zürich in ihrer Kampagne, welche von der Werbeagentur Publicis ausgedacht wurde (persoenlich.com berichtete). Wie ist die Situation bei den Schweizer Werbeagenturen? Ist dort weiblich tatsächlich gleich viel wert wie männlich? Gegenüber persoenlich.com erläutert Frauenzentralen-Chefin Andrea Gisler die Hintergründe der Kampagne:

Frau Gisler: "Frauen verdienen 20 Prozent weniger als Männer", wie kommen Sie auf diese Behauptung?
"Frauen verdienen in der Schweiz trotz gleicher Ausbildung und Position immer noch bis zu 20 Prozent weniger", stützt sich auf die Schweizer Lohnstrukturerhebung, die alle zwei Jahre vom Bundesamt für Statistik durchgeführt wird. Bei der letzten Erhebung im Jahr 2012 ergab sich eine Differenz von 18,9 Prozent, im Jahr 2010 waren es 18,4 Prozent.
Frauen verdienen weniger weil sie aufgrund äusserer Faktoren (Mutterschaft, Teilzeit, Weiterbildung, ...) weniger Berufserfahrung haben als Männer.
Ein Teil der Lohnungleichheit ist erklärbar, etwa durch Dienstjahre, Stellung im Betrieb oder Ausbildungsniveau. Doch es bleibt ein gewisser Teil an Lohnungleichheit, der nicht erklärbar ist. Und: Eine Studie von SNF zeigt: Die Lohndiskriminierung beträgt bereits beim Berufseinstieg 7 Prozent.
Wie stark ist die Medien- und Kommunikationsbranche von Lohnungleich betroffen?
Das kann ich nicht genau sagen. Es gibt grosse Unterschiede zwischen den Branchen. Ich weiss aber von einem Privat-TV-Sender, wo weibliche Angestellte markant weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen mit gleicher Ausbildung und Position. Generell gilt über alle Branchen hinweg: Je besser die Ausbildung und je höher die Position, desto grösser ist die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern. (eh)
Bild: Keystone, Martin Ruetschi


