Nachdem ein Übersetzungsfehler auf einer neuen Verpackung schweizweit für Aufregung gesorgt hatte (sowohl Belustigung, als auch Unverständnis), versucht nun die Migros die aktuelle Medienresonanz möglichst geschickt auszunutzen.
Zwar hat der Grossverteiler wahrscheinlich noch nie mit so wenig Budget ein Produkt so bekannt machen können, wie mit dieser fehlerhaften Verpackung. Dies reicht ihm aber nicht. Über Twitter von Facebook verbreitete der Orange Riese diese Woche ein Sujet, auf dem das Corpus Delicti, die falsch übersetzte Bio-Bratbutter, zu sehen ist - zusammen mit Bio-Eiern, Tofu, Krustenkranz – dazu ein frischer Maiskolben. Und, oben rechts: der charakteristische Kassenzettel, der seit Kampagnen-Start vor etwas mehr als einem Jahr unmittelbar mit der Migros verknüpft ist. Darauf aufgelistet - neben den erwähnten Produkten - ein Wörterbuch.
Welche Agentur war es, die dieses aktuelle, emotional diskutierte Thema so rasch erkannt und ohne langes Zögern umgesetzt hat? Eine Anfrage bei Migros zeigt, dass die Idee weder von der Lead-Agentur Jung von Matt/Limmat stammt, noch von Wirz oder irgendeiner anderen Werbeagentur. Im Gegenteil: Das Sujet wurde kurzerhand selber kreiert. "Auch wenn Sie vielleicht davon ausgehen, dass wir in der Übersetzungsabteilung Amateure beschäftigen, hat dieses Foto unser hauseigener Profi-Fotograf Daniel Grieser komponiert, abgelichtet und bearbeitet", so eine Migros-Sprecherin augenzwinkernd. (eh)

