22.08.2019

Stories

«Das ist glaubwürdiger Branded Content»

In der neuen Swisscom-Webserie «Clash» treffen jeweils zwei Menschen aufeinander, deren Lebenswelten verschiedener nicht sein könnten. Tobias Fueter, Director und Partner bei der Produktionsfirma Stories, über die Arbeit mit Swisscom und acht verschiedenen Regisseuren.
Stories: «Das ist glaubwürdiger Branded Content»
«Die Serie ist ja nicht im klassischen Sinne Werbung», sagt Tobias Fueter, Director und Partner bei der Produktionsfirma Stories. (Bilder: zVg.)
von Christian Beck

Herr Fueter, in «Clash» kommt zusammen, was eigentlich nicht zusammenpasst (persoenlich.com berichtete). Welche Persönlichkeit würde auf den ersten Blick nicht zu Ihnen passen?
Mein Geschäftspartner und Produzent bei Stories, Yves Bollag. Wir sind wie Yin und Yang (lacht).

Für jede der acht Real-Life-Doku-Folgen haben Sie einen anderen Nachwuchsregisseur eingesetzt. Warum haben Sie nicht die ganze Staffel mit einem Regisseur umgesetzt?
Dies war von Anfang an ein integraler Bestandteil des Konzepts. Der Kern der Serienidee ist es, ein Spektrum an spannenden, jungen und engagierten Personen zu zeigen. Da war es logisch, dies auch auf unsere jungen Regietalente auszuweiten. Sie bringen jeweils ihren eigenen Blick auf die Protagonistinnen und Protagonisten sowie ihre Themen mit, was die Serie zusätzlich bereichert.

Das muss ein riesiger Koordinationsaufwand gewesen sein – schliesslich brauchts ja doch noch einen roten Faden …
Das ist so. Aber die Tatsache, dass es acht verschiedene Crews waren, hat es uns erlaubt, parallel zu drehen. Wir haben die Teams und deren Drehs nicht nur produktionell, sondern vor allem auch inhaltlich zentral koordiniert. Um die Einheit der Serie zu garantieren, haben wir den Regisseurinnen und Regisseuren inhaltliche Klammer, Protagonisten und Episodenstruktur mit auf den Weg gegeben und in der Postproduktion Schnitt, Colour Grading, Sound Design et cetera wieder zentral bei Stories finalisiert.

Sie sagen, Sie konnten parallel drehen. Wurden alle acht Folgen zeitgleich abgedreht?
Mehr oder weniger. Wir haben alle acht Episoden in der Zeit zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember 2018 gedreht. Jeweils an vier bis fünf Drehtagen. Die reine Produktionszeit dauerte circa vier bis fünf Monate.

«Swisscom war ein toller und vollumfänglicher Partner im Projekt»

Was für Vorgaben lieferte Ihnen Swisscom – oder hatten Sie komplett freie Hand?
Swisscom war ein toller und vollumfänglicher Partner im Projekt. Wir haben die Auswahl der Protagonisten, Regie und des Konzeptes im gemeinsamen Team vorgenommen. Es war nie eine klassische Auftraggeber/Dienstleister-Konstellation, sondern von Anfang an eine echte Partnerschaft, bei der es nicht um Vorgaben und Freiheiten ging, sondern ausschliesslich um das bestmögliche und unterhaltendste Produkt.

«Wo unterschiedliche Positionen aufeinanderprallen, entsteht Energie für neue Ideen und Projekte», sagt Achill Prakash, Head of Marketing and Communications bei Swisscom, über «Clash». Wie unterschiedlich waren die Positionen während der Produktion?
In der Produktion ist es immer unser Ziel, so früh wie möglich eine gemeinsame Position zu finden, damit die ursprüngliche Idee möglichst effizient und kreativ auf die Screens kommt. Genauso war es auch bei «Clash». Der kreative Prozess hingegen – so verstehe ich das Zitat – ist tatsächlich ein ständiges Aufeinanderprallen und Hinterfragen von Ideen. Nur so entstehen gute Filme. Diese unterschiedlichen Positionen suchen wir in der Kreation mit Swisscom explizit.

Wenn ich mir die erste Folge anschaue, die seit Montag online ist, spüre ich wenig von Swisscom – ausser, dass hin und wieder ein Smartphone zu sehen ist. Wie soll der Zuschauer merken, dass die Filme eigentlich ein Telekommunikationsunternehmen bewerben?
Die Serie ist ja nicht im klassischen Sinne Werbung, sondern steht als «Swisscom Original Series» für glaubwürdigen Branded Content und eigenständig für die Marke Swisscom. Wenn wir die vielen positiven Feedbacks aus der ersten Woche analysieren, dann sehen wir, dass die Serie neugierig macht, neue Welten zeigt und als wahr und nahe wahrgenommen wird. Wenn ich dies jetzt mit den Markenwerten der Swisscom vergleiche – also: vertrauenswürdig, engagiert, neugierig –, dann arbeiten wir hier in die richtige Richtung, um die Wahrnehmung der Marke Swisscom zu verankern. Ganz im Sinne ihrer Jugendmarketing-Strategie, deren Zielgruppe eher dezentere Auftritte schätzt als altmodisches Product Placement.

Für acht Folgen brauchten Sie 16 Hauptdarsteller. Das ist ja auch kein einfaches Unterfangen, so viele Persönlichkeiten zu finden. Wie sind Sie vorgegangen?
Spannende Menschen und Figuren zu finden ist im Filmbusiness das A und O und somit in unserer DNA. Wir sind dabei journalistisch vorgegangen und haben nach Menschen zwischen 18 und 35 gesucht, welche für die vielfältige und engagierte Jugend in der Schweiz stehen. So haben wir uns einen Katalog erarbeitet, aus welchem wir gemeinsam mit der Regie die Clashes gebaut haben.

swisscom

Welches waren die grössten Hürden bei der Produktion?
Die grosse Herausforderung war es, innerhalb der Episodendauer Geschichten zu erzählen, die catchy, unterhaltsam und social-media-tauglich sind und gleichzeitig die emotionale Dichte und inhaltliche Tiefe haben, die es braucht, um den Protagonisten, ihren Themen und dem Gesamtkonzept von «Clash» – Offenheit und Engagement gegenüber Andersdenkenden – gerecht zu werden.

Beim Screening im Kino waren begeisterte Stimmen zu hören. Wie hoch schätzen Sie die Chancen ein, beim nächsten Edi, dem Preis für Werbe- und Auftragsfilme, Gold zu holen?
Wir sind überzeugt von der Qualität der Serie, aber über Preise entscheidet die Jury (lacht). Der schönste Preis wäre, dass «Clash» Menschen in unserer polarisierten Welt unterhaltsam und gleichzeitig emotional ein kleines bisschen näher bringt.

 



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