14.01.2015

Clear Channel

Ein Buch über 90 Jahre Plakat-Geschichte

persoenlich.com hat historische Design- und Kreativitäts-Highlights ausgewählt.
Clear Channel: Ein Buch über 90 Jahre Plakat-Geschichte

"Plakate markieren unsere Entwicklung (...) wie Wegmarkierungen einen Waldweg", stellte der französische Schriftsteller Max Gallo einmal fest. In der Tat sind Plakate mehr als nur Werbebotschaften: Sie widerspiegeln die Gesellschaft, ihre Interessen, Ideologien und Wünsche. Und geben ganz nebenbei Auskunft, auf welchem technischen Level wir uns befinden. Das anlässlich des 90-Jahr-Jubiläums von Clear Channel erschienene Buch "Stellenwert" beschreibt die Firmenchronik der Aussenwerbevermarkterin und erzählt die bewegte Geschichte ihres Tätigkeitfeldes. Daneben illustriert Autorin Simone Bammatter, wie sich das Plakatdesign über die Jahrzehnte verändert hat. Persoenlich.com zeigt acht Affichen, die eine Epoche besonders gut illustrieren, historisch relevant sind - oder schlicht und einfach zeigenswert sind.

Entscheidend für die Entwicklung des heutigen Bildplakates war die Ergänzung reiner Schriftaffichen mit Bildern. 1525 wird in Genf eines der ersten Plakate überhaupt angeschlagen: Werbung für einen fahrenden Dompteur. Bild und Text sind darauf noch klar voneinander abgegrenzt.

In Paris wird das Plakat ab den 1880-er Jahren zu einem künstlerischen Ausdrucksmittel. Der Lithograf Jules Chéret beginnt in seinen Werken Zeichnungen mit Schriftzügen zu verbinden. Damit warb er für Zirkusaufführungen, Vergnügungslokale oder Genussmittel. Indem er Kunst auf kommerzielle Druckerzeugnisse übertrug, wurde er zum ersten Plakatkünstler, seine Affichen gelangten denn auch in den Kunsthandel.

Während der Nazizeit wird die Schweiz zum Zufluchtsort für Künstler und Designer und wird so zu einem Zentrum für innovative Gestaltung. Es entwickelt sich ein ganz eigener und strenger Stil: Mathematische Muster, Schwarz-Weiss-Fotografien und neu entwickelte Schriften prägen das Design der Plakate. Man spricht vom "Swiss Style", der auch international Massstäbe setzt.

Mit der Zeit kommt das Berufsbild des Grafikers auf, Gestalter müssen fortan zwei Gebiete vereinen: Künstler und Grafiker in einem. Die Diskussion, ob Plakate Kunstwerke seien, wurde immer heftiger geführt, auch die Affiche für den Wettbewerb "100 beste Plakate" von 2006 nimmt sich diesem Thema auf ironische Art und Weise an und zeigt, dass das Thema noch immer relevant ist.

Plakate können nicht nur zu Werbezwecken dienen, sondern auch zur Prävention beitragen. Die Präventionskampagnen widerspiegelten die jeweilige politische Situation, Trends in der Gesellschaft oder den technischen Fortschritt der aktuellen Zeit. So wurde die Bevölkerung vor dem zweiten Weltkrieg zum Erwerb von Gasmasken aufgerufen, in den 1960er-Jahren vor Rauschgift gewarnt und ab den 1980-er Jahren zum Verwenden von Präservativen animiert.

Am wenigsten eingeschränkt sind Plakatkünstler, wenn es darum geht, Kulturanlässe anzupreisen. Die kreative Freiheit seitens der Auftraggeber führt dazu, dass Gestalter mit verschiedenen Stilen experimentieren und auch einmal etwas Neues ausprobieren. Bis heute sind dem Kulturplakat keine Grenzen gesetzt: Von innovativen Ansätzen über elektrische Zugänge bis hin zu historischen Designs.

Auch Sportanlässe bieten dankbare Sujets für einen Plakatkünstler. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gehören Affichen, welche Sportveranstaltungen bewerben, zum Schweizer Strassenbild. Geworben wurde natürlich für Grossanlässe wie Olympische Spiele oder Fussballweltmeisterschaften. Einen besonderen Reiz hatten damals aber Automobilrennen. Künstler konnten sich dabei an der Darstellung von Kraft und Bewegung versuchen.

Neben all den technischen Möglichkeiten, ein Bild oder ein Sujet auf einem Plakat möglichst wirkungsvoll darzustellen, ist eine innovative Idee unumgänglich, um bei den Konsumenten einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Das Sujet muss die Sinne berühren, das Fühlen, Riechen und Schmecken anregen können. Nicht selten greifen die Macher auf eine Prise Witz oder Ironie zurück: So schaut der Rezipient nicht nur hin, sondern muss bestenfalls kurz schmunzeln und spielt den Gedanken weiter. Die Kampagne für die Verkehrsbetriebe Zürich ist ein Beispiel dafür.

 

Detailierte Informationen zum Buch finden Sie auf clearchannel.ch. (nb)

 


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