15.04.2018

Werber des Jahres 2018

«Ideen sind nicht örtlich gebunden»

Livio Dainese, Chief Creative Officer und Co-CEO von Wirz, hat sich gegen seine Konkurrenz durchgesetzt: Er durfte am Donnerstagabend in Dübendorf den sogenannten «Egon» entgegennehmen. Der 45-Jährige spricht im Siegerinterview über den Titel, Teamwork und Tattoos.
Werber des Jahres 2018: «Ideen sind nicht örtlich gebunden»
Livio Dainese, frischgebackener «Werber des Jahres»: «Es ist ganz klar eine Auszeichnung für das Team Wirz.» (Bild: zVg.)
von Marius Wenger

Herr Dainese, im dritten Anlauf hat es geklappt, herzliche Gratulation zur Auszeichnung «Werber des Jahres». Welches war Ihr Geheimrezept?
Cambridge Analytica. 

Als Sie von der Nomination erfuhren, sei ihre Reaktion gewesen: «Shit, ich muss mich tätowieren lassen.» Haben Sie?
Aber natürlich. Eine wilde Mischung aus Tribals, japanischen Schriftzeichen und selbstverfassten Gedichten. In Kleiderbügelform auf dem unteren Rücken. Wollen Sie Details? 

Was bedeutet Ihnen dieser Titel?
Es ist ganz klar eine Auszeichnung für das Team Wirz. Eine Honorierung für ein paar gemeinsame, arbeitsintensive und erfolgreiche Jahre.

«Die Konkurrenz war jedes Jahr genau gleich gross»

War die Konkurrenz dieses Jahr schwächer oder Sie besser?
Pascal Deville wie auch Daniel Zuberbühler sind gute Typen mit guten Agenturen dahinter. Welche Dynamik eine Wahl annimmt, lässt sich nicht voraussehen. Das zeigt die Vergangenheit sehr deutlich. Von daher glaube ich, die Konkurrenz war jedes Jahr genau gleich gross.

Die drei Nominierten mussten Eigenwerbung betreiben und Leute zum Abstimmen mobilisieren. Was haben Sie unternommen?
Ich glaube, hauptsächlich haben wir einfach gute Arbeit gemacht. Kommunikation, die grosse Aufmerksamkeit erregt hat. Im Vorfeld der Wahl haben wir über die eigenen Kanäle daran erinnert. Viel mehr zu machen wäre meiner Meinung nach nervend und kontraproduktiv gewesen.

Wie erlebten Sie die Unterstützung?
Es war wirklich schön zu erleben, wie sich Kunden und Mitarbeiter für mich einsetzten. 

Haben Sie nun Ihr Ziel als Werber erreicht und wenden sich fortan etwas Anderem zu – etwa dem Schreiben von Drehbüchern?
Nein. Ich bin ganz zufrieden so, wie es ist. Ich werde mich weiter dem Auf- und Ausbau der jüngsten ältesten Agentur der Schweiz widmen. Wir sind auf Weg, aber noch nicht am Ziel. 

«Geiler Laden, gute Leute, gute Kunden»

Auf welche Arbeit sind Sie besonders stolz?
Auf die Wirz, wie sie heute ist. Geiler Laden, gute Leute, gute Kunden.

Jüngst konnte Wirz den Pitchgewinn der SBB-Dachkommunikation verkünden. Was bedeutet Ihnen dieser Neukunde?
Viel Freude. Wir sind mit einem starken Konzept in den Pitch und hatten das Glück, dass die Verantwortlichen auch Freude daran fanden. Die SBB ist ein Kunde, der das Land auf vielen Ebenen bewegt. Das mobile Rückgrat der Schweiz, sozusagen. Als Pendler ist es in meinem eigenen Interesse, dass die Bahn gut unterwegs ist. Noch besser ist, dass ich nun meinen Ärger über 30-sekündige Verspätungen direkt anbringen kann.

Für welches Produkt oder welche Marke würden Sie gerne mal werben?
Immer für die Schweiz. Vielleicht liest das ja jemand von Schweiz Tourismus. Bitte anrufen, merci!

Wo haben Sie eigentlich jeweils die besten Ideen?
Immer wieder woanders. Auf dem Velo, im Kafi, in der Agentur. Ideen sind nicht örtlich gebunden. 

Wenn Sie eine Kampagne über sich selber lancieren müssten, welches wäre die Kernbotschaft?
Dafür würde ich einen dreistufigen Pitch mit fünf Agenturen machen.



Livio Dainese hat die Fragen schriftlich beantwortet.



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