Die Post untergräbt nach Ansicht der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) das Recht der Bürger, die Annahme einer Postsendung zu verweigern. Zahlreiche Schweizer Briefkästen sind mit einem "Bitte keine Werbung"-Kleber versehen. Nach SKS-Feststellungen sind diese Werbestopp-Kleber sowohl der Post als auch den werbetreibenden Firmen schon lange ein Dorn im Auge. Deshalb habe die Post den teiladressierten Zustelldienst - den "PromoPost selektiv teiladressiert"-Service - lanciert, heisst es in einem SKS-Communiqué vom Dienstag.
Teiladressierte Reklame werde zum Beispiel "An alle Käsefreunde der Freieckstrasse 17" oder "An alle Gartenfreunde der Blumenstrasse 6" geschickt. Damit werde der Werbestopp-Kleber zur Farce, die Wahlfreiheit der Konsumenten bleibe auf der Strecke, kritisiert die SKS. Sie habe Bundesrat Moritz Leuenberger nun schriftlich aufgefordert, den rechtlichen Hintergrund dieses Postangebots abzuklären.

