09.12.2003

Hans Dubach

Nachruf von Peter Leutenegger

Siebzigjährig verstorben.

"Erst vor einigen Tagen wurde bekannt, dass am 8. Oktober Hans Dubach siebzigjährig gestorben ist. Der einstige Inhaber der Dubach Werbeagentur in Wallisellen, heute FCB Leutenegger Krüll, gehörte während über zwei Jahrzehnten zu den schillerndsten Figuren der Schweizer Werbung.

"Erst vor einigen Tagen wurde bekannt, dass am 8. Oktober Hans Dubach siebzigjährig gestorben ist. Der einstige Inhaber der Dubach Werbeagentur in Wallisellen, heute FCB Leutenegger Krüll, gehörte während über zwei Jahrzehnten zu den schillerndsten Figuren der Schweizer Werbung.

Unkonventionell gradlinig und gegen jeden Trend ankämpfend, vermochte er in den früheren Jahren seiner Tätigkeit immer wieder Akzente zu setzen. Sein Credo, 'wenn die Werber sagen, so macht man's, dann mach ich genau das Gegenteil', verschaffte ihm allerdings kaum Anerkennung in den einschlägigen Werberkreisen, dafür einiges Lob bei seinen damaligen Auftraggebern und die Feststellung, dass es wohl auch Antirezepte für gut funktionierende Werbung gibt.

Die erfolgreichen Bico-Zwillinge mit ihrem 'tüüfa gsundä Schlaaf', manchen noch in bester Erinnerung, entstammten ebenso seiner kreativen Küche wie die hemdsärmlige Kampagne für den Möbelschreiner Hermann Zürcher aus Bassersdorf mit seinem Spruch 'Ich bi immer no da'. Und eine seiner damals am besten funktionierenden Kampagnen war der grüne Dackel Eugen für die Marke Grundig. Ein Hund mit Charakter, Witz und einer gehörigen Portion Unverfrorenheit -- ganz im Stile des Erfinders.

Hans Dubach bezeichnete sich oft als 'en Buur', was er zwar nicht war, zu deren bodenständigen und holzschnittartigen Denke er sich allerdings stark hingezogen fühlte. Ja er kaprizierte geradezu mit seiner bäuerlichen Herkunft und inszenierte diese gekonnt bei Präsentationen und Auftritten. Dass er sich damit noch klarer von den ihm so fremden Szenewerbern abgrenzen konnte, erhöhte sein Vergnügen. Und dass diese legendär inszenierten Vorführungen des 'Agenturpatriarchen' nicht immer leicht durchzustehen waren, davon können ganze Heerscharen ehemaliger Assistentinnen und Assistenten ein Lied singen.

Anfang der neunziger Jahre hat sich Hans Dubach aus der Werbung verabschiedet. Schroff, endgültig und ohne Abschiedstournee. Für manche überraschend, für die, die ihn etwas besser gekannt haben, verständlich, inszeniert eben.

Hans Dubach hat als eine der grossen Persönlichkeiten der Werbung Geschichte geschrieben und während seinen fast 30 Jahren als Werber kaum jemanden gleichgültig gelassen. Sein Tod lässt diese Erinnerungen wieder aufleben. Was bleibt, ist ein leises Lächeln über das gemeinsam Erlebte."


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