03.03.2016

Verband Schweizer Medien

Sechs Gründe gegen die Werbeallianz

Schweizer Medienunternehmen legen offen, weshalb sie das Joint Venture zwischen SRG, Swisscom und Ringier ablehnen.
Verband Schweizer Medien: Sechs Gründe gegen die Werbeallianz

Nicht an der Allianz beteiligte Medienhäuser, der Verband Schweizer Medien und weitere Verbände werden gegen die Verfügung des UVEK und des BAKOM vor Bundesverwaltungsgericht Beschwerde einreichen.

Die Gegner des Joint Ventures lehnen zudem die am Donnerstag von der Partnern der Werbe-Allianz veröffentlichten Grundsätze der Vermarktung entschieden ab. Der Verband Schweizer Medien reagiert mit einem Sechs-Punkte-Katalog mit Gründen, die aus der Sicht unabhängiger Medien gegen das Joint Venture sprechen: 

1. Der Entscheid des UVEK zur Gründung des neues Werbevermarktungs-Joint-Venture ist noch nicht rechtskräftig
Mehrere unabhängige Medienunternehmen, der Verband «Schweizer Medien» und weitere Verbände werden dagegen Beschwerde beim Bundes­verwaltungs­gericht einreichen. Der Entscheid ist aus ihrer Sicht rechtswidrig. Den unabhängigen Medienunternehmen wurden verfassungswidrig wesentliche Grundlagen vorenthalten und sie wurden rechtswidrig vom Verfahren ausgeschlossen.

2. Für das Kernprodukt des Joint-Ventures, namentlich zielgerichtete Werbung in den Programmen der SRG, fehlt die rechtliche Grundlage
Die SRG darf gemäss Entscheid des BAKOM keine zielgerichtete Werbung ausstrahlen und dafür auch keine Daten sammeln. Die publizierten Grundsätze zeigen, dass Swisscom, SRG und Ringier dieses Verbot in keiner Weise ernst nehmen und ohne gesetzliche Grundlage Fakten schaffen.

3. Die Werbeeinahmen der SRG wachsen seit Jahren, diejenigen der privaten Medien sind rückläufig
Ob der SRG trotz des geltenden Online-Werbeverbotes neue Formen der Kommerzialisierung erlaubt werden sollen, muss aus Sicht des Verbandes «Schweizer Medien» das Parlament beurteilen, bevor der Bundesrat über ein Konzessionsänderungsgesuch entscheiden kann. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Einnahmen der SRG seit Jahren wachsen während die Werbeeinnahmen der privaten Medien rückläufig sind.

4. Entgegen der Aussage der Mitglieder des Joint-Ventures gibt es keinen diskriminierungsfreien Zugang für unabhängige Medienanbieter
Das Werbevermarktungs-Joint-Venture ist ein gewinnorientiertes Unternehmen. Die heute publizierten Grundsätze machen klar: eine Beteiligung am Joint-Venture ist ausgeschlossen, möglich sind lediglich Kundenverhältnisse gegen eine Vermittlungskommission. Die unabhängigen Schweizer Medienunternehmen können es sich nicht leisten, Marge an Swisscom, SRG und Ringier abzugeben.

5. Strategische Abhängigkeit
Übertragen die unabhängigen Schweizer Medienunternehmen dem marktdominierenden Joint-Venture die Vermarktung ihrer Werbeplätze und die Produktentwicklung, begeben sie sich in eine strategische Abhängigkeit von Swisscom, SRG und Ringier. Diese Abhängigkeit von der staatlich kontrollierten Swisscom und der gebührenfinanzierten SRG, die den grössten Vermarkter der Schweiz aufbauen wollen, lehnt der Verband «Schweizer Medien» ab.

6. Verlust der Medienvielfalt
Die Vermarktung eines wesentlichen Teils des Schweizer Werbeinventars durch staatlich kontrollierte Unternehmen führt zu einer massiven Medienkonzentration und einem Verlust der Medienvielfalt in der Schweiz. (pd)

Bild: Keystone


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KOMMENTARE

André Hofer
04.03.2016 17:04 Uhr
Je lis : "...einem Verlust der Medienvielfalt in der Schweiz" . Qu'il suffise de jeter un oeil sur la liste des supports-presse du groupe TAMEDIA en Suisse romande pour estimer correctement ce point de vue ! Je serais tenter de dire que les auteurs de ce texte ignorent leur propre situation !
André Hofer
04.03.2016 16:58 Uhr
Aucune surprise ! Les éditeurs de la presse écrite (qui s'offrent pour leur association le titre pour le moins prétentieux de "médias suisses" !) ne trouvent d'autre moyen pour lutter contre ce qu'ils considèrent comme susceptible de les concurrencer.....de faire campagne tous azimuts, en usant à outrance leur pouvoir "politique" ! Dommage qu'ils n'aient pas cette capacité d'analyser la situation avec le but de trouver le moyen de faire mieux ! Une solution de facilité déplorable qui a souvent été la leur, entre autres dès l'introduction de la pub-TV en Suisse (j'en sais quelque chose !) Dans ce contexte, l'avis des annonceurs seraient intéressants (et déterminants !).
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