20.07.2021

Studio Marcus Kraft

«Seine Bildwelt passt perfekt zum Festival»

Grafikdesigner Marcus Kraft ist mit seinem Studio auch in diesem Jahr verantwortlich für die Kampagne des Theater Spektakels. Im Interview spricht er über Simonets Werke, die Herausforderungen im zweiten Corona-Jahr und einen runden Geburtstag ohne Party.
Studio Marcus Kraft: «Seine Bildwelt passt perfekt zum Festival»
Marcus Kraft hat vor zehn Jahren sein eigenes Studio im Zürcher Seefeld gegründet. (Bild: Lukas Mäder)
von Marion Loher

Herr Kraft, warum haben Sie sich für die Bilder von Jean-Vincent Simonet entschieden?
Als wir seine Bildwelt zum ersten Mal sahen, wussten wir sofort, dass diese perfekt zum Zürcher Theater Spektakel passen würde. Simonet arbeitet sehr physisch, fast schon performativ, um seine charakteristische Bildästhetik zu erzeugen. Die strahlenden und fluiden Werke, welche wie ein Mix aus Fotografie und Ölgemälde aussehen, üben mit ihrer Überschwänglichkeit eine ganz eigene Faszination auf den Betrachter aus. Die Sujets wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler eigens für das Zürcher Theater Spektakel erstellt.

Weshalb passen die Bilder so gut zum Zürcher Theater Spektakel?
Das Ausgangsmaterial bildet erneut bestehendes Bildmaterial von Theater-, Tanz- und Performance-Produktionen, welche am diesjährigen Theater Spektakel gezeigt werden. Die «Form» der Kampagne kommt also sozusagen direkt aus dem «Inhalt» des Festivals und bildet diesen querschnitthaft ab. Wir wollten mit der Kampagne dieses Jahr zudem unbedingt auch visuell ein positives Zeichen setzen – dazu passt die Bildästhetik von Simonet sehr gut.

Gab es bereits erste Reaktionen auf die Kampagne?
Ja, vor allem von vielen Vertretern der Kunst- und Kulturwelt haben wir bisher sehr positive Rückmeldungen erhalten. Auch die Betreiber der verschiedenen Open Air Kinos sind von unseren Spots sehr begeistert.

«Die Zusammenarbeit mit Jean-Vincent Simonet war ursprünglich für letztes Jahr geplant gewesen»

Letztes Jahr mussten Sie wegen Corona die ursprünglich geplante Kampagne fürs Theater Spektakel in Rekordzeit in eine «Corona-Kampagne» abändern. Dieses Jahr dürfte es planbarer gewesen sein.
Dieses Jahr war es definitiv besser planbar. Die Zusammenarbeit mit Jean-Vincent Simonet war ursprünglich für letztes Jahr geplant gewesen. Aufgrund der grossen Unsicherheiten haben wir damals jedoch schweren Herzens gemeinsam entschieden, die Kampagne zu verschieben.

Welches waren die Herausforderungen der diesjährigen Kampagnenarbeit?
Wir haben einen relativ langen Vorlauf und erstellen die Kampagnensujets jeweils im Frühling. Zu diesem Zeitpunkt war dieses Jahr jedoch teilweise noch gar nicht klar, welche Produktionen aus dem Ausland nun sicher im Sommer nach Zürich reisen dürfen. Selbst heute wissen wir nicht hundertprozentig, ob das Programm mit allen Künstlerinnen und Künstlern wirklich wie geplant stattfinden kann. Die Einreisebestimmungen können sich aktuell immer noch sehr schnell ändern. Es bleibt spannend!

«Vielleicht gibt es doch noch irgendwann eine Party, wer weiss»

Wie wirkt sich die Pandemie aktuell auf Ihre Arbeit aus?
Zum Glück haben wir viele langjährige Kunden, welche auch während der Pandemie einen kühlen Kopf bewahrt haben. Es gab erstaunlicherweise kaum abgesagte oder abgebrochene Projekte, wofür ich persönlich sehr dankbar bin.

Ihr Studio feiert dieses Jahr das zehnjährige Bestehen. Gab es schon eine grosse Party?
Das Jubiläum war eigentlich im Frühling dieses Jahres. Aufgrund der damaligen Richtlinien des BAG haben wir auf eine grosse Party verzichtet. Dafür haben wir uns zum Firmenjubiläum eine neue Website gegönnt und haben zum ersten Mal unser «Manifest für gute Gestaltung» öffentlich publiziert. Vielleicht gibt es aber doch noch irgendwann eine Party, wer weiss …



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