19.11.2019

KS/CS Kommunikation Schweiz

Stimmen zur Abwahl von Filippo Lombardi

Die Werbebranche hat mit dem Tessiner Filippo Lombardi einen einflussreichen, sehr engagierten Vertreter im Bundeshaus verloren. Wie gross ist die Lücke? Wer kann ihn ersetzen? persoenlich.com hat nachgefragt.
KS/CS Kommunikation Schweiz: Stimmen zur Abwahl von Filippo Lombardi
Gewiefter Netzwerker und Fürsprecher der Kommunikationsbranche: Filippo Lombardi (rechts) im Gespräch mit Verleger-Präsident Pietro Supino. (Bild: Keystone)
von Matthias Ackeret

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«Die Abwahl von KS/CS Präsident Filippo Lombardi ist ein herber Rückschlag für die ganze Kommunikationsbranche. Kommunikation Schweiz verliert damit einen sehr engagierten und wichtigen Fürsprecher in Bundes-Bern. Nun sind die Verbände gefordert ihr Netzwerk neu zu formieren, um den Unternehmen weiterhin genügend Gehör im Parlament zu verschaffen. Der SWA wird sich dazu in den nächsten Wochen – im Austausch mit KS/CS und anderen Verbänden – verschiedene Optionen überlegen. Schliesslich geht es immer wieder um wichtige Rahmenbedingungen, welche in Bern bestimmt werden. Dazu gehört aktuell das Datenschutz- oder Tabakproduktegesetz oder die Preisbekanntgabeverordnung.»

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«Ich bedaure die Abwahl von Ständerat Filippo Lombardi. Er hat sich sehr für eine starke Werbewirtschaft mit möglichst viel Freiheiten und wenig Verboten eingesetzt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Ich hoffe, er bleibt weiterhin Präsident von Kommunikation Schweiz, denn seine vielfältigen Kontakte ins Bundeshaus, in die Administration und die Politik sind wichtig für die Werbebranche In den vergangenen Jahren hat Filippo Lombardi dazu beigetragen, ein Netzwerk für die Anliegen der Werbewirtschaft aufzubauen, das auch in Zukunft tragfähig sein wird. Denn es ist wichtig, dass die Anliegen der Werbewirtschaft unter der Bundeskuppel rechtzeitig zu Wort kommen.»

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«Filippo Lombardi ist mit seiner geistigen, intellektuellen und körperlichen Präsenz und seiner Durchschlagskraft in Bern wohl kaum zu ersetzen. Sein grosses Herz und sein Sinn für Humor haben ihm überall Türen geöffnet. Die Kommunikationsbranche wird nicht darum herumkommen, sich mit Fantasie und kluger Strategie in der Bundespolitik neue Kanäle zu erschliessen.»

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«Was das bedeutet? Das bedeutet, dass ein Sesselkleber weniger in Bern hockt. 20 Jahre sind definitiv zu lange. Das Volk hat nun die Quittung gegeben. Amtszeitbeschränkung ist dringend notwendig. Die Kommunikationsbranche kann hoffen, dass junge, engagierte und motivierte Mitmenschen die Zügel übernehmen. Gehör bekommt man mit stichhaltigen Argumenten, mit klaren Ansagen, mit Tun, mit Verantwortung übernehmen, mit entscheiden und umsetzen. Die Partei muss dabei eine untergeordnete Rolle spielen. Das Filzzeitalter der politischen Seilschaften und der persönlichen Interessen, mit grossem Impact auf die Wirtschaft, geht langsam aber sicher zu Ende; und das ist gut so! Es lebe die direkte Demokratie.»

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«Filippo wird uns als Präsident von Kommunikation Schweiz als Vertreter im Stöckli sehr fehlen. Er war unermüdlich in der kleinen Kammer gegen neue Werbeverbote oder regulatorische Eingriffe in die die Marktwirtschaft via Werbung zu kämpfen. Er und KS werden sich in Ruhe überlegen, was die sinnvollen nächsten Schritte sind, um die Arbeit auf gewohnt hohem Level weiter zu führen.»

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«Die Abwahl von Filippo Lombardi ist so überraschend wie bedauerlich, hat er doch mit seiner charmanten und pragmatischen Art so manche Brücke gebaut zwischen Wirtschaftsfreiheit und Konsumentenschutz, zwischen liberalen Rahmenbedingungen und sozialen Anliegen und auch zwischen «Nord und Süd», zwischen Bundesbern und dem Tessin. Filippo Lombardi ist nach wie vor gewählter Präsident des Dachverbandes KS/CS und der Stiftung der Schweizerischen Lauterkeitskommission. Bei KS/CS hat man seit längerem die Notwendigkeit der breiter abgestützten Vertretung in Bundesbern erkannt. Die Schaffung der neuen Stelle der Generalsekretärin, die soeben mit Sarah-Lee Keller besetzt wurde, ist sichtbares Zeichen dafür und wird sicher Wirkung zeigen. So wie ich Filippo Lombardi kenne, wird er an der nächsten Sitzung des Kommunikationsrates im Dezember eine offene Diskussion über die parlamentarische Vertretung führen wollen.»

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«Die Spaltung des Landes ist auch im Süden angekommen. Statt für den Ausgleich, haben sich die Wählerinnen und Wähler für Pol-Parteien und ihre Exponenten entschieden. Diesen Entscheid gilt es zu respektieren. Für die Kommunikationsbranche braucht es nun neue Aushängeschilder. Filippo Lombardi ist ein Freund der Medien. Nicht nur durch seine Arbeit in den Kommissionen. Er ist auch selber Betreiber von Medienstationen und engagierter Präsident von KS/CS Kommunikation Schweiz. Sein Engagement ist stets aufrecht und ehrlich. Ich persönlich beobachte eine Polarisierung. Nicht nur in der Politik sondern auch in den Medien. Die Recht haut drauf, die Linke auch, die Mitte verliert. «Fake News» hat Einfluss in unseren täglichen Wortschatz gefunden. Wir brauchen in Bundes-Bern jemanden, der die Anliegen der Kommunuikationswirtschaft glaubwürdig und mit voller Kraft vertreten kann. Jemanden der nicht nur ein Abo für die WOZ hat sondern eben auch für die «Weltwoche». In diesem Spannungsfeld braucht es jemanden, der die Medien nach wie vor als die vierte Gewalt im Staat wahrnimmt und achtet. Unabhängig von Staat und Politik. Jemand wie Filippo. Grazie mille di cuore, Filippo  – für den stets generösen Einsatz. Mit Stil, Klasse, viel Charme und Charisma.  Please step forward! Ich sehe (leider) schwarz, nicht grün wie alle anderen.»

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«Filippo ist für mich wie die tessiner Sonne: eine Persöhnlichkeit mit aussergewöhnlicher Strahlkraft. Entsprechend traurig stimmt es mich, dass diese Sonne nicht mehr im Ständerat scheint. Und damit eine der gewichtigsten Stimmen der Werbe- und Kommunikationsbranche verloren geht. Der Verband Kommunikation Schweiz wird sich auf die Suche nach einer Nachfolge machen müssen, welche die Anliegen einer freien Kommunikations- und Werbewirtschaft erfolgreich in Bern vertritt.»

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«Der Verlegerverband VSM und ich persönlich als Sekretär der parlamentarischen Gruppe Medien und Kommunikation, in der Filippo Lombardi Co-Präsident war, bedauern die Abwahl sehr. Filippo Lombardi war mit seinem Branchenwissen unermüdlich im Einsatz die Gesetzmässigkeiten und Eigenheiten der Medienbranche im Parlament zu erklären und Allianzen zu schmieden. Der VSM hat sich aber auch selber ein breites Netz von medienpolitisch engagierten Parmentarierinnen und Parlamentariern aufgebaut. Wir wollen dieses im frisch zusammengestellten National- und Ständerat weiter ausbauen, gerade auch mit neuen jungen Kräften.»

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«Ich bedaure das ausserordentlich, hat sich Filippo Lombardi doch sehr stark für die Anliegen der Werbebranche eingesetzt. Obwohl man sich damit als Politiker mit dieser Haltung leider kaum Lorbeeren (beim Stimmvolk sowie in bestimmten Beamtenkreisen) verdienen kann. Gegen Werbung zu sein ist - gerade zurzeit - populärer, als deren Vorteile (Information, Orientierung, Unterhaltung) anzuerkennen. Deshalb wird es besonders wichtig sein, die gesamt ökonomische Bedeutung und Wertschöpfung der Kommunikationsbranche und ihren inhaltlichen Beitrag zu einer freien, funktionierenden Marktwirtschaft aufzuzeigen. Dabei sind wir alle, die das Privileg haben in dieser faszinieren Branche zu arbeiten, gefordert, sich im Kleinen wie auch im Grossen dafür einzusetzen, dass die Werbung nicht noch weiter eingeschränkt wird. Ich bin aber überzeugt, dass sich Filippo auch weiterhin für die Anliegen und Initiativen der Kommunikationsbranche einsetzen wird. So hoffe, ich dass er weiterhin Präsident des Dachverbandes KS/CS bleibt und seine herausragende Persönlichkeit und sein grosses Netzwerk für die Interessen unserer Branche - gemeinsam mit der neuen politischen Generalsekretärin, Sarah Lee-Keller - einsetzt.  Und wir alle müssen und werden sie dabei aktiv unterstützen. Jetzt erst recht!»

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Filippo Lombardi, der Präsident von KS/CS Kommunikation Schweiz, hat den Sprung in die kleine Kammer nicht mehr geschafft. Er bekam am Sonntag 45 Stimmen weniger als die Zweitplatzierte Marina Carobbio von der SP (persoenlich.com berichtete).



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