17.09.2014

Native In-Video Advertising

«Unsere Werbung ist nicht aufdringlich, sondern ermunternd»

Ein Interview mit Ted Mico, dem COO des Marktführers Mirriad.
Native In-Video Advertising: «Unsere Werbung ist nicht aufdringlich, sondern ermunternd»

Herr Mico, erklären Sie uns doch mal: Was bedeutet «Native In-Video Advertising» und wer kann davon profitieren?
Native In-Video Advertising ist in Inhalt eingebettete Werbung. Sie hat all die Vorteile von Markenintegration (sie wirkt also authentisch), gleichzeitig aber auch all die Vorteile von Werbung an sich. Solche Werbeeinheiten können über verschiedene Titel und Outlets verteilt werden, nachdem der Content erstellt wurde. Ein grosser Vorteil in der Media-Planung. Mit der Standartisierung dieser Werbeeinheiten machen wir den Markt flüssiger und agiler. Statt viele, oft zufällige, einzelne Deals zur Integration der Marke abzuschliessen, kann man mit Native In-Video Advertising messbare Werbung machen, die so einfach zu kaufen ist wie die herkömmliche Werbung, die um den Inhalt herum platziert wird.  

Das klingt nach einem grossen Strauss von Vorteilen.
Und zwar für alle Seiten: die Hersteller von Inhalten, die Marken und die Konsumenten. Die Hersteller von Inhalten können Mehreinnahmen generieren für Inhalte, die sie sowieso schon produzieren. Marken können ihr Produkt in inhaltlichem Umfeld präsentieren. Direkt dort, wo die gesamte Aufmerksamkeit des Konsumenten liegt. Und ausserdem sollten die zusätzlichen Einnahmen dafür sorgen, dass die Hersteller von Inhalten jene Bewegtbilder produzieren, die wir als Konsumenten sehen wollen. Native In-Video Ads sind deshalb nicht aufdringlich, sondern ermunternd.

Was macht Mirriad genau?
Mirriad ist ein Unternehmen für Videotechnologie. Wir sind weltweite Marktführer für Native In-Video Advertising. Unsere Technologie integriert Produkte, Leitsysteme und Videos in professionell produzierten Content. Mirriad arbeitet mit den Rechteinhabern für Inhalte, mit Vertriebspartnern und Marken zusammen.

Sie sorgen also dafür, dass Werbung im richtigen Youtube-Kontext erscheint. Dass ich also nicht einen HipHop-Videoclip schauen will und dabei mit Werbung für Babyöl penetriert werde.
Genau. Native In-Video Advertising funktioniert nur im Zusammenhang mit dem richtigen Kontext. Die Marke muss wirken, als ob sie da hingehört. Um die Abstimmung vorzunehmen, haben wir eigene Technologien entwickelt. Aber natürlich sind bei uns auch noch ein paar Experten am Werken, die darauf achten, dass bei der Einbindung alles glatt geht.

Kann mit Ihrer Hilfe jeder aktive Youtube-User Geld verdienen?
Derzeit beschäftigen wir uns nur mit professionell produziertem Content – hauptsächlich von Fernsehstudios.

Lange Werbespots auf Youtube können einem als User gewaltig auf die Nerven gehen. Man verliert den Faden, das Interesse und manchmal auch die Fassung. Was ist der Trick? Wie kann man Werbung schlau integrieren?
Ich glaube nicht, dass ich deswegen je meine Fassung verloren habe. Das Interesse an den Spots habe ich aber mit Sicherheit schon öfters verloren. Wir nennen uns «Werbung für die Skip-Generation». Ob wir im Schnellvorlauf einen digital aufgenommenen Film vorspulen, ein weiteres Fenster in unserem Browser öffnen: wir alle – ob jung oder alt – überspringen Werbung. Und klar: Unterbrecherwerbung ist bei den Konsumenten weniger beliebt als jene, die den Content nicht unterbricht. Es gibt aber keinen Trick. Es ist eine Wissenschaft: Die Technologie ist fähig riesige Content Datenbanken zu durchforsten und Orte zu finden, an denen man Native In-Video Ads platzieren kann.

Was sagt die Forschung: Wie viele Sekunden Werbung erträgt der Konsument im Durchschnitt?
Wenn der Kontext stimmt, gibt es keine Grenze der Erträglichkeit. Denn dann sieht es so aus,  als ob die Werbung schon immer dagewesen wäre. Sie ist dann Teil des Inhalt. Ausserdem kommen ja in den meisten meiner Lieblingssendungen Marken vor – nur ohne dass jemand dafür Geld sieht.

Wie sieht das Geschäftsmodell aus?
Wir kriegen einen Teil des Erlöses der Werbegelder. Wir denken, dass Native In-Video Advertising in den nächsten Jahren zum Standard wird, genauso wie die anderen Werbeformen. Dank unserer Software, die in über vier Jahre langer Arbeit programmiert wurde, ist diese Form von Werbung sehr gut messbar.

Wie viele der grossen Werbetreibenden sind schon mit an Bord?
Wir haben bereits mit über 150 der 200 wichtigsten Marken zusammengearbeitet. Und täglich kommen mehr dazu.

Letzte Frage: Haben Sie einen Lieblingsclip auf Youtube?
Das ändert sich praktisch jeden Tag. Im Moment ist es dieser hier.



Morgen ist es dann wieder etwas Anderes.

Fragen: Adrian Schräder//Bild: zVg


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