05.11.2019

Farner kauft Rod

«Wir brauchen schlicht zusätzliche Kreativpower»

Was für ein Coup: Farner holt sich mit Rod eine zweite Kreativ-Einheit ins Haus. Warum macht das Sinn? Farner-CEO Roman Geiser erklärt, was er sich erhofft und welche Rolle die Rod-Chefs als neue Partner von Farner haben werden.
Farner kauft Rod: «Wir brauchen schlicht zusätzliche Kreativpower»
Freut sich auf «viele spannende neue Menschen und viel Spass»: Farner CEO und Mehreitsaktionär Roman Geiser. (Bild: Farner/Christian Grund)
von Matthias Ackeret

Herr Geiser, herzliche Gratulation zum Kauf von Rod. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?
Vielen Dank! Das Zusammengehen mit Rod steht ganz im Zeichen des Ausbaus unserer kreativen Power, die wir mit diesem Schritt auf einen Schlag verdoppeln. Neben den etablierten Standbeinen Unternehmenskommunikation und Public Affairs sind wir in den letzten Jahren in der Marketingkommunikation überdurchschnittlich stark gewachsen und in dieser Welt laut und deutlich angekommen. Wir brauchen schlicht und einfach zusätzliche Kreativpower, um diesen Weg konsequent weiterzugehen. An den Schnittstellen von Content, Kreativität, digitaler Performance und Commtech sehen wir weiterhin Wachstumspotenzial. Auch wird Kreativität in allen anderen Geschäftsdisziplinen der Farner Gruppe immer wichtiger.

Aber warum genau Rod?
Neben allen strategischen Erwägungen geht es mir aber auch um die Menschen hinter Rod. Die neuen Kolleginnen und Kollegen machen Lust auf Zusammenarbeit und passen menschlich zu uns. Rod ist wie Farner eine inhabergeführte Agentur und pflegt denselben unternehmerischen Geist.

Sie übernehmen 100 Prozent der Agentur. Wird nun Rod auch räumlich eingegliedert?
Rod bleibt an der Bürglistrasse. Der Markenname bleibt bestehen. Wir richten im Schmidhof für Rod-Mitarbeitende Arbeitsplätze ein, so dass sie uns jederzeit besuchen und bei uns arbeiten können.

«Farner Werbung ist jetzt schon unsere personalstärkste Unit»

Sie haben mit dem Team von Philipp Skrabal bereits eine hauseigene Kreativagentur. Wird diese nun aufgelöst und in Rod integriert oder besteht eine Konkurrenzverhältnis?
Wir vereinen unter einem Dach neu zwei Kreativ-Teams auf Top-Niveau. Beide haben ihre eigene und klar differenzierte Handschrift und werden diese auch weiter unabhängig voneinander pflegen und weiterentwickeln. Beide Kreativ-Units können dabei auf das kompletteste Kommunikationsangebot der Schweiz zurückgreifen die eigenen Kunden noch umfassender beraten. Das Rod-Team bleibt an der Bürglistrasse und wird auch in Zukunft von dort agieren. Je nach Aufgabenstellung arbeiten wir zusammen und stellen Projektteams aus Rod- und Farner-Mitarbeitenden zusammen. Je nach Situation pitchen wir aber auch gegeneinander, oder helfen einander aus.

Welche Synergien gibt es für Farner mit Rod?
Farner Werbung ist jetzt schon die personalstärkste Unit in der Farner-Familie. Durch Rod sind wir in der Kreation personell noch viel breiter aufgestellt. Und vielleicht werden wir für Unternehmen interessant, die sich früher keine Zusammenarbeit mit uns vorstellen konnten, weil sie uns ausschliesslich als PR-Agentur in den Bereichen Unternehmen und Politik wahrgenommen haben. Das stimmt zwar schon lange nicht mehr, aber diese Wahrnehmung gibt es immer noch.

Bleibt das Rod-Management das Gleiche oder wird es nun von Ihnen geleitet?
Die Leitung von Rod bleibt bei Regula Bührer, Pablo Koerfer, David Schärer und ihrem Führungsteam Marco Meroni, Mateo Sacchetti und Tiffany Lüthi. Pablo wird Teil der Farner-Geschäftsleitung sein, Regula nimmt im Farner-Verwaltungsrat Einsitz und David wird uns in Branchengremien vertreten.

Wie kamen die Erstkontakte mit Rod zustande?
Wir kennen uns seit vielen Jahren. Pablo habe ich in der Y&R-Gruppe kennengelernt. Und wenn man sich gut kennt und sich mag, dann spricht man offener über die Zukunft. Und so haben wir eines Tages begonnen, gemeinsame Pläne zu schmieden.

Rod lebt vom Image einer unkonventionellen Agentur. Geht dieser Asset durch die Integration durch Farner nicht verloren?
Absolut nicht. Mit der Mehrmarkenstrategie setzen wir bewusst auf die Stärken beider Agenturen.

«Das Wort Aufkäufe sehe ich eher als unpassend»

Kommt es zu Umstrukturierungen oder gar Entlassungen?
Nein. Wir verfolgen Wachstumspläne.

Wie hoch war der Kaufpreis?
Diese Antwort kennen Sie bereits. Auch hier: kein Kommentar.

Sie sind in der Kommunikationsbranche der «Mann der Stunde». Sind weitere Aufkäufe durch Farner geplant?
Mann der Stunde? Erstens bin ich hier schon sieben Jahre am Wirken und zweitens ist Erfolg im Agenturgeschäft immer abhängig von Teams. Somit ist Farner vielleicht en vogue, aber die Marke und das Team sind dabei immer wichtiger als einzelne Menschen. Das gilt auch für mich. Wir prüfen immer Opportunitäten, die einen Mehrwert für unsere Kunden schaffen und zu unserer Unternehmensstrategie passen. Das Wort Aufkäufe sehe ich deshalb eher als unpassend, weil es danach klingt, als ob wir einfach nur grösser und grösser werden wollen. Das ist definitiv nicht unser Ziel. Es muss für unsere Kunden Sinn machen, aber auch strategisch und menschlich für uns.

Wie ist Ihre Befindlichkeit am heutigen Tag?
Ich bin in bester Stimmung. Ich durfte gestern Abend das Rod-Team an der Bürglistrasse kennenlernen. Das war ein beschwingter Abend, und in Kürze lernt das Farner-Team bei einem Mitarbeiteranlass Pablo, Regula und David persönlich kennen. Und morgen setzen wir mit einem Kundenanlass einen weiteren Akzent. Viele spannende neue Menschen, viel Spass.

Roman Geiser hat die Fragen schriftlich beantwortet.



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