11.11.2023

LSA-Ranking

«Wir hatten im letzten Jahr viel Momentum»

Die Agentur Farner führt das Agenturranking 2023 von Leading Swiss Agencies (LSA) an. Die beiden Co-CEOs Michel Grunder und Pablo Koerfer sprechen im Interview über viele kleine Erfolge, stetiges Wachstum und grosse Herausforderungen.
LSA-Ranking: «Wir hatten im letzten Jahr viel Momentum»
«Es ist essenziell, dass Agenturen und Auftraggeber zusammen an einem Strick ziehen»: Michel Grunder (links) und Pablo Koerfer, Co-CEOs von Farner. (Bild: Roger Krage)
von Christian Beck

Pablo Koerfer, Farner steht beim LSA-Ranking ganz oben. Feiert man eine solche Platzierung wie einen Löwen in Cannes?
Pablo Koerfer: Ein Cannes-Löwe besticht durch seine einzigartige Kreatividee und in der Zusammenarbeit zwischen einem Kunden und seiner Agentur. Das Umsatzranking ist die Summe von ganz vielen kleinen Erfolgen, Projekten und Mandaten, die wir immer wieder zusammen feiern. Darum haben wir an der Löwenstrasse in Zürich auch eine Bar eingebaut, damit wir jederzeit anstossen können. Alle sind herzlich eingeladen, mit uns einen Drink zu nehmen.

2021 war Farner schon an der Spitze, 2022 dann Publicis, nun wieder Farner. Ist Publicis Ihr härtester Konkurrent?
Michel Grunder: Wir sind in einem hochkompetitiven Markt zuhause, und da gehören neben Publicis ganz viele und unterschiedliche Player dazu. Wir sind sehr breit und integriert aufgestellt und vereinen unter Team Farner von Public Affairs, Corporate Communications, Krisenkommunikation, Branding, Change, Employer Branding, klassischer und digitaler Marketingkommunikation alle Kommunikationsdisziplinen. Zudem sind wir lokal fest in Bern, Basel, Lausanne, St. Gallen, Chiasso und Zürich verankert. Das führt automatisch zu entsprechender Grösse.

Laut dem LSA-Ranking hat Farner im vergangenen Jahr einen Bruttobetriebsertrag zwischen 40 und 50 Millionen Franken erzielt, im Jahr zuvor waren es zwischen 30 und 40 Millionen Franken. Was trug zu diesem Ertragssprung bei?
Grunder: Wir wachsen in allen Bereichen und hatten im letzten Jahr viel Momentum.

Wie lautet Ihr Rezept, um ganz oben dabei zu sein?
Koerfer: Konsequent am Markt sein, Talente entwickeln und anziehen und neue Geschäftsfelder erschliessen wie zum Beispiel unser ESG-Angebot rund um Non-financial reporting und ESG-Compliance-Themen, ein Angebot für Diversity und Inclusion in Zusammenarbeit mit EqualVoice, das konsequente Integrieren von Behavioural Science oder Predictive Eyetracking auf Basis von AI in all unseren Kampagnen oder der Ausbau von personalisierten Videos. Und und und.

Auf dem LSA-Ranking sind auch die Vollzeitstellen aufgeführt. Diese sind bei Farner innerhalb eines Jahres von 177 auf 234 angewachsen. Farner kaufte Rod bereits 2019 auf. Woher kommt also dieser Zuwachs?
Grunder: Vertrauen, Wachstum, Transformation – unsere Kundinnen und Kunden suchen für ihre unternehmerischen Herausforderungen vermehrt integrierte Kommunikationslösungen aus einer Hand. Wir haben unsere Angebote darauf ausgerichtet und freuen uns sehr über die Bestätigung dieser Strategie.

«Wir sind mit dem aktuellen Geschäftsgang zufrieden»

Das LSA-Ranking ist ja retrospektiv. Wie sieht die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr aus?
Koerfer: Wir sind mit dem aktuellen Geschäftsgang zufrieden. Wir haben tolle Kunden und konnten einige neue Projekte und Mandate gewinnen. Wir stellen aber fest, dass in den unterschiedlichen Märkten eine gewisse Zurückhaltung zu spüren ist. Die globalen Geschehnisse gehen nicht spurlos an uns vorbei.

Und was für Pläne haben Sie im kommenden Jahr?
Grunder: Weiterhin konsequent an unserem Angebot arbeiten und die Qualität unseres Outputs verbessern, für unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Umfeld schaffen, in dem sie persönlich wachsen und sich entwickeln können.

Was wünschen sie sich fürs 2024?
Koerfer: Wir stehen vor grossen Herausforderungen. Nachhaltigkeit, psychische Gesundheit, New Work oder Mobilität, um nur einige zu nennen. Kommunikation wird bei der Bewältigung dieser Themen eine entscheidende Rolle spielen. Es ist daher essenziell, dass Agenturen und Auftraggeber zusammen an einem Strick ziehen. Hier wünsche ich mir weniger Bürokratie und effizientere Ausschreibungen, viel Partnerschaft und Zusammenarbeit auf Augenhöhe. So wie es «The perfect match» des LSA propagiert.



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